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Die 10 schönsten Leuchttürme in der Ägäis

Die Ägäis ist ein Binnenmeer eigener Prägung: ein tief zerklüftetes Gewässer mit mehr als 1.400 Inseln, Islets und Riffen, das sich zwischen der griechischen Halbinsel im Westen und der türkischen Küste im Osten erstreckt. Die Navigation hier war seit der Antike herausfordernd — Homer lässt seine Helden jahrelang durch diese Inselwelten irren — und der Bau von Leuchtfeuern war entsprechend früh notwendig. Das moderne Leuchtturmwesen der Ägäis begann mit der Gründung des griechischen Staates 1830, als internationale Handelsinteressen und die junge griechische Marine die Hauptverkehrsrouten sichern mussten. Die griechische Leuchtturmverwaltung (Genike Grammateia Navtilias) arbeitet eng mit der Hellenic Hydrographic Service zusammen; viele historische Türme wurden in den letzten Jahrzehnten restauriert und für Besucher zugänglich gemacht. Das Ergebnis ist eine der dichtesten Konzentrationen historischer Leuchttürme in Europa, eingebettet in eine der schönsten Insellandschaften der Welt.

1. Tourlitis Leuchtturm, Andros

Der Tourlitis-Leuchtturm auf Andros ist einer der ikonischsten Leuchttürme Griechenlands und das inoffizielle Symbol der Insel. Er steht auf einem einzelnen Felsblock, der aus dem Meer ragt und mit der Küste bei Chora (Andros-Stadt) durch eine schmale Brücke verbunden ist. Der erste Turm wurde hier 1897 errichtet; er wurde 1943 von deutschen Besatzungstruppen zerstört und 1994 von der Stiftung der Goulandris-Schifffahrtsfamilie als identische Kopie wiederaufgebaut. Der weiße konische Turm misst 10 Meter; das weiße Blinkfeuer ist auf 8 Seemeilen sichtbar. Er markiert den Eingang in den Hafen von Chora und warnt vor den Felsen, die das Kap umgeben. Chora ist die eleganteste der Kykladenhauptstädte und beherbergt das hervorragende Museum für Zeitgenössische Kunst der Goulandris-Stiftung.

2. Gourouni Leuchtturm, Skopelos

Auf dem nördlichen Kap der Insel Skopelos in den Nördlichen Sporaden steht der Leuchtturm Gourouni, ein schlichter weißer Turm auf einem kahlen Vorgebirge. Der Turm markiert die Durchfahrt zwischen Skopelos und der Halbinsel Pelion sowie die Einfahrt in den Skopelos-Kanal, eine der Hauptrouten für Fähren zwischen dem Festland und den Sporaden. Das Feuer zeigt ein weißes und rotes Blinkfeuer; der rote Sektor deckt die Felsen westlich des Kaps ab. Skopelos ist bekannt als Drehort des Musicals Mamma Mia (2008); die Bootsverbindung nach Skopelos-Stadt von den Strandorten auf der Westseite der Insel führt direkt am Leuchtturm vorbei.

3. Plaka Leuchtturm, Limnos

Auf der Insel Limnos im nördlichen Ägäischen Meer, nicht weit von der türkischen Küste entfernt, steht der Leuchtturm Plaka auf einem Kap am Nordwestrand der Insel. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und markiert die Einfahrt in den Golf von Moúdros — einen der tiefsten natürlichen Häfen der Ägäis, der im Ersten Weltkrieg als Ausgangsbasis für die Gallipolikampagne diente. Die britische, französische und serbische Marine ankerten hier; das Leuchtfeuer leitete Troopentransporter, Lazarettschiffe und Nachschubtanker in den geschützten Golf. Der weiße Turm misst etwa 16 Meter; das Feuer hat eine Tragweite von 16 Seemeilen. Limnos ist per Flug von Athen oder Thessaloniki oder per Fähre erreichbar.

4. Armenistis Leuchtturm, Ikaria

Der Leuchtturm Armenistis auf dem westlichen Kap der Insel Ikaria ist einer der am stärksten windexponierten Leuchttürme der Ägäis. Ikaria — benannt nach dem mythischen Ikaros, der in der Nähe ins Meer stürzte — liegt im zentralen Ägäischen Meer und ist bekannt für seine anomalen Langlebigkeitsraten und seinen unorthodoxen Lebensstil. Das Kap Armenistis ist bekannt für seine heftigen Nordwinde (Meltemi), die im Sommer aus Nordwesten wehen und die See rund um das Kap aufwühlen; der Leuchtturm ist daher von besonderer Bedeutung für Segler. Der schlanke weiße Turm aus dem frühen 20. Jahrhundert zeigt ein weißes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 18 Seemeilen. Der nahegelegene Ort Armenistis ist ein beliebtes Ziel für Rucksackreisende.

5. Faros Spetses, Spetses

Die Insel Spetses im Saronischen Golf, südwestlich von Athen, hat eine stolze Seefahrtstradition: Ihre Bewohner waren im griechischen Unabhängigkeitskrieg (1821–1829) als mutige Kanoniere und Schiffskapitäne bekannt. Der Leuchtturm Faros Spetses steht am östlichen Kap der Insel und markiert die Passage zwischen Spetses und der Peloponnes. Er wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichtet und zeigt ein weißes und rotes Blinkfeuer; der rote Sektor warnt vor den Felsen östlich des Kaps. Spetses ist autofrei — der einzige Verkehr sind Pferdedroschken, Fahrräder und Motorroller — was einen Gang zum Leuchtturm entlang der Küste zu einem besonders entspannten Erlebnis macht.

6. Kafireas Leuchtturm, Euböa

Das Kap Kafireus (Kap Doro) am Südostende der großen Insel Euböa ist eine der gefährlichsten Stellen der gesamten Ägäis: Hier treffen Nord- und Südströmungen aufeinander, und der Wind fegt mit besonderer Heftigkeit durch die Straße zwischen Euböa und den Kykladen. Ein griechisches Sprichwort warnt Segler: 'Beware of Cape Doro.' Der Leuchtturm dort, errichtet 1897 und mehrfach modernisiert, ist ein robuster weißer Turm mit einer Tragweite von 20 Seemeilen. Das Drehfeuer zeigt weiße und rote Sektoren, um die gefährlichsten Passagen zu markieren. Euböa ist per Brücke oder Fähre vom griechischen Festland leicht erreichbar; der Weg zum Kap führt durch pittoreske Dörfer des südlichen Euböa.

7. Gaidaro Leuchtturm, Ägina

Auf dem kleinen Felskap am Nordostrand der Insel Ägina, der Insel im Saronischen Golf, die in Sichtweite von Athen liegt, steht ein schlichter weißer Leuchtturm, der die Passage zwischen Ägina und dem Festland markiert. Ägina war in der Antike eine der mächtigsten Seemächte der Ägäis, der erste griechische Staat, der Silbermünzen prägte, und im frühen 19. Jahrhundert kurzzeitig erste Hauptstadt des neu gegründeten griechischen Staates. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 14 Seemeilen. Ägina ist per Schnellfähre in 45 Minuten von Piräus erreichbar und für seine Pistazien, seinen archäologischen Tempel und seine Wochenmärkte bekannt.

8. Aspropounta Leuchtturm, Chios

Auf Chios — der satten grünen Insel im östlichen Ägäischen Meer, bekannt für ihr Mastix-Harz — steht der Leuchtturm Aspropounta am nördlichen Kap der Insel. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und markiert die Passage zwischen Chios und dem türkischen Festland, eine der engsten Stellen der Ägäis mit nur 8 Kilometern Abstand. Das Feuer ist auf 16 Seemeilen sichtbar. Chios ist Geburtsort des Schiffseigners Onassis und eines Großteils der griechischen Reederelite; der Hafen der Stadt sieht täglich Fähren nach Piräus, Cesme in der Türkei und nach Lesbos.

9. Prasonisi Leuchtturm, Rhodos

Das Kap Prasonisi am südlichsten Punkt der Insel Rhodos ist eine natürliche Landbrücke, die bei Niedrigwasser von Wasser flankiert wird und das Mittelmeer vom Ägäischen Meer trennt. Der Leuchtturm am Kap, ein weißer Turm aus dem frühen 20. Jahrhundert, markiert diesen geographischen Übergang für die Schifffahrt und warnt vor den Strömungen, die das Kap für Segelboote gefährlich machen. Das Feuer hat eine Tragweite von 17 Seemeilen. Prasonisi ist ein Weltklasse-Windsurfspot; der Leuchtturm ist von den Windsurfstationen des Kaps aus gut zu sehen.

10. Akrotiri Leuchtturm, Santorin

Auf der eindrucksvollen Caldera-Insel Santorin (Thira) steht am südlichen Ende — nahe den prähistorischen Ausgrabungen von Akrotiri — ein kleiner Leuchtturm, der die Einfahrt in die Caldera von Süden markiert und vor den Untiefen des Kaps warnt. Der weiße konische Turm aus dem 20. Jahrhundert zeigt ein weißes Blinkfeuer; er ist einer der am höchsten gelegenen Leuchttürme der Ägäis, auf einem Lavafelsplateau rund 100 Meter über dem Meeresspiegel. Der Standort bietet einen atemberaubenden Panoramablick über die Caldera und — bei klarem Wetter — bis nach Kreta. Der Leuchtturm liegt nahe den Ausgrabungen der bronzezeitlichen Stadt Akrotiri, die durch den Vulkanausbruch um 1620 v. Chr. unter Bimsstein begraben wurde.

Praktische Hinweise

Die Ägäis ist ein ideales Ziel für Segelurlaube; zahlreiche Charterunternehmen bieten Boote von Piräus, Lavrion, Rhodos und Kos an. Die meisten Inseln sind auch per Fähre erreichbar, wenngleich die Fahrpläne außerhalb der Sommersaison (Mai bis Oktober) erheblich ausgedünnt sind. Direktflüge von deutschen Flughäfen gibt es nach Athen, Rhodos, Heraklion (Kreta), Kos und Santorin. Die beste Zeit, um Leuchttürme ohne übermäßige Touristenmengen zu besuchen, ist April bis Anfang Juni oder September bis Oktober. Karte öffnen und die Leuchttürme der Ägäis auf der interaktiven Karte erkunden.