Top 10 Leuchttürme in Chile
Chile besitzt eine der längsten und einsamsten Küsten der Welt: über 6.400 Kilometer von der peruanischen Grenze im Norden bis zum Kap Hoorn im äußersten Süden – und das ist nur die Festlandküste. Zählt man die tausenden Inseln, Fjorde und Kanäle Patagoniens dazu, kommt man auf ein Vielfaches. Diese zerklüftete Topographie, kombiniert mit den extremen Wetterverhältnissen des Südpazifiks und der Magellanstraße, machte Chile zu einem Land, in dem Leuchttürme keine Frage der Bequemlichkeit, sondern des nackten Überlebens waren. Die chilenische Marine, die seit dem 19. Jahrhundert für den Leuchtturmkettenbau verantwortlich ist, hat mit beschränkten Mitteln erstaunliches geleistet.
1. Faro Evangelistas, Magellanstraße
Der Faro Evangelistas auf den Islotes Evangelistas – einem sturmgepeitschten Felseninselgruppe am westlichen Eingang der Magellanstraße – ist einer der gefährlichsten und einsamsten Leuchtturmposten der Welt. Er wurde 1896 errichtet und ist 17 Meter hoch; das rote und weiße Sektorfeuer trägt 24 Seemeilen. Der Standort ist für extreme Windgeschwindigkeiten bekannt – Böen über 100 km/h sind keine Seltenheit – und war über Jahrzehnte einer der letzten bemannten Aussenposten der chilenischen Marine. Heute weitgehend automatisiert, aber gelegentlich noch mit Wärtern besetzt. Nur per Hubschrauber oder Marine-Versorgungsschiff erreichbar; ein Besuch ist für Zivilisten praktisch unmöglich.
2. Faro Punta Ángeles, Valparaíso
Der Faro Punta Ángeles bewacht den Eingang zum Hafen von Valparaíso, dem bedeutendsten Seehafen Chiles und historischen Umschlagplatz des Kap-Hoorn-Handels. Er wurde 1837 errichtet und ist damit einer der ältesten Leuchttürme Südamerikas; der aktuelle Turm stammt von 1901 und ist 7 Meter hoch. Das weiße isophasische Feuer trägt 18 Seemeilen. Er steht auf einem Kliff unterhalb des historischen Stadtteils Cerro Ángel, umgeben von bunten Häusern – typisch für das UNESCO-Weltkulturerbe-Stadtteil Valparaíso. Zugänglich über die Aussichtsplattform der Armada de Chile; geführte Besuche an bestimmten Tagen.
3. Faro Bahía Félix, Region de Los Lagos
Der Faro Bahía Félix auf der Ostseite der Magellanstraße, nahe der fiktiven geografischen Grenze zwischen dem offenen Pazifik und dem geschützten Kanalbereich, wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet. Das grüne und weiße Sektorfeuer markiert die Einfahrt in die Bahía Félix und ist für Schiffe, die den Kanal in schlechter Sicht passieren, wichtig. Der Turm ist unbemannt und wird von der Armada de Chile per Schiff gewartet. Touristenboote passieren ihn auf der Strecke Puerto Montt–Punta Arenas.
4. Faro Corona, Archipiélago de los Chonos
Der Faro Corona in den Chonos-Archipel, einem der abgelegensten Inselmeere Südamerikas südlich von Chiloé, steht auf einer kleinen Insel mitten in einem labyrinthischen System von Kanälen und Fjorden. Er wurde 1909 errichtet und markiert einen Durchgang, der für Fischerboote und Versorgungsschiffe essenziell ist. Das weiße Blinkfeuer trägt 15 Seemeilen. Die gesamte Region ist kaum touristisch erschlossen; Expeditionsschiffe und Fischerboote sind die einzigen Besucher.
5. Faro Punta Panul, Atacama-Küste
Weit im Norden Chiles, an der trockenen Atacama-Küste bei Caldera, steht der Faro Punta Panul. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und markiert einen felsigen Vorsprung, der für Schiffe auf der Route zwischen dem chilenischen Norden und dem Hafen von Coquimbo wichtig ist. Das weiße Blinkfeuer trägt 18 Seemeilen. Die Atacama-Küste ist eine der trockensten der Welt; der Leuchtturm steht in einer hyperariden Landschaft, die sich drastisch von den regengepeitschten Süden unterscheidet.
6. Faro Punta Trucco, Isla de Chiloé
Der Faro Punta Trucco auf der Nordspitze der Isla de Chiloé markiert den südlichen Eingang zum Canal de Chacao, dem unruhigen Meeresarm zwischen Chiloé und dem Festland. Er wurde 1906 errichtet, ist 15 Meter hoch und trägt ein weißes Blinkfeuer mit 17 Seemeilen Reichweite. Der Canal de Chacao ist für seine starken Gezeitenströmungen bekannt und war vor dem Bau des geplanten Chacao-Kanalbaus die einzige Meeresverbindung zwischen Chiloé und dem Festland. Zugänglich von Ancud aus über die nördliche Küstenstraße.
7. Faro Isla de Los Pingüinos, Magallanes
Der Leuchtturm auf der Isla Marta in der Magellanstraße – auch unter dem Namen Isla de Los Pingüinos bekannt – wurde in den 1920er Jahren errichtet und bewacht einen der engsten Abschnitte der Meerenge. Das weiße Blinkfeuer trägt 15 Seemeilen. Die Insel ist, wie ihr Name andeutet, Brutgebiet einer großen Magellan-Pinguinkolonie und wird im Sommer von Tagesbooten aus Punta Arenas angesteuert. Ein Leuchtturm inmitten einer Pinguinkolonie ist selbst in Chile eine Seltenheit.
8. Faro Quemchi, Chiloé-Archipel
Der Faro Quemchi in der kleinen Fischerstadt Quemchi auf der Ostseite von Chiloé ist ein einfacher, aber authentischer chilenischer Küstenleuchttturm. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet und markiert den Hafen der Stadt sowie einen unruhigen Kanalabschnitt des Canal del Dalcahue. Das rote Blink-Feuer trägt 12 Seemeilen. Quemchi ist ein ruhiges, wenig besuchtes Städtchen, bekannt für seine traditionellen Holzhäuser und den Blick auf die vorgelagerten Inseln.
9. Faro Tres Cruces, Kanal Moraleda
Der Faro Tres Cruces im Kanal Moraleda, einem der inneren Kanäle Nordpatagoniens zwischen der chilenischen Küste und der Chaitén-Region, wurde Mitte des 20. Jahrhunderts errichtet. Er markiert einen felsigen Abschnitt des Kanals, der für Fischerei- und Versorgungsschiffe der einzige Weg in abgelegene Fjordgemeinschaften ist. Das weiße Blinkfeuer trägt 15 Seemeilen. Nur per Schiff erreichbar; keine touristische Infrastruktur.
10. Faro Punta Arenas – Faro Punta Carrera
Der Leuchtturm am Ortseingang von Punta Arenas, der südlichsten Großstadt Südamerikas, steht auf einem niedrigen Kliff über der Magellanstraße. Er wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und markiert die Einfahrt in den Stadthafen. Das weiße und rote Sektorfeuer trägt 20 Seemeilen und ist für Schiffe, die aus dem Westen in die Magellanstraße einlaufen und Punta Arenas anlaufen, der erste feste Referenzpunkt. Der Leuchtturm ist von der Costanera – der Uferpromenade von Punta Arenas – aus gut sichtbar.
Besuche chilenischer Leuchttürme erfordern sorgfältige Planung: Viele befinden sich auf Armada-de-Chile-Gelände und sind nicht öffentlich zugänglich; andere sind nur per Boot oder Flugzeug erreichbar. Die zugänglichsten Leuchttürme befinden sich in Valparaíso und auf Chiloé. Die beste Reisezeit für die patagonischen Gewässer ist von November bis März. Öffnen Sie die Karte, um alle chilenischen Leuchtturmstandorte zu erkunden und Ihre Küstenroute zu planen.