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Die 10 schönsten Leuchttürme in Sri Lanka

Sri Lanka, die tropfenförmige Insel am südlichsten Ende des indischen Subkontinents, liegt im Schnittpunkt der bedeutendsten Seewege des Indischen Ozeans. Wer von Europa nach Ostasien segelt oder den Seeweg zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Bengalen nimmt, passiert unweigerlich die Gewässer um Sri Lanka. Diese geographische Lage machte die Insel zu einem der wichtigsten Navigationspunkte im Welthandel — und zu einem frühen Schauplatz von Leuchtturmbau durch die britische Kolonialverwaltung. Die meisten bedeutenden Leuchttürme Sri Lankas wurden im 19. Jahrhundert unter britischer Herrschaft errichtet, oft von Ingenieuren der Public Works Department Colombo oder nach Entwürfen, die dem Stil der Trinity House-Bauten in Südostengland ähneln. Das Ergebnis sind weiße konische Türme, die aus der üppigen Vegetation oder dem Korallengestein der Küste herausragen und bis heute aktiv sind.

1. Galle Leuchtturm (Pointe de Galle), Galle

Der Leuchtturm von Galle steht auf einem Felsvorsprung innerhalb der holländischen Festung, die seit 1663 das Stadtbild von Galle dominiert. Das erste Leuchtfeuer an dieser Stelle wurde 1848 errichtet; der heutige weiße konische Granitturm datiert auf 1939 und misst 26,5 Meter. Er zeigt ein weißes Blinkfeuer alle vier Sekunden mit einer Tragweite von 26 Seemeilen und markiert die Einfahrt in den Hafen von Galle, der heute hauptsächlich von Jachten und Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird. Die Festung Galle ist UNESCO-Weltkulturerbe; der Leuchtturm ist von der Festungsmauer aus gut zu sehen. Ein Besuch des Turms selbst ist außer zu besonderen Gelegenheiten nicht gestattet, aber der Spaziergang auf der Mauer bei Sonnenuntergang — mit dem Leuchtturm im Vordergrund — gehört zu den klassischen Sri-Lanka-Erlebnissen.

2. Dondra Head Leuchtturm, Dondra

Der Leuchtturm Dondra Head steht am südlichsten Punkt Sri Lankas und damit am südlichsten Punkt des indischen Subkontinents — und ist mit 49 Metern der höchste Leuchtturm des Landes und einer der höchsten Südasiens. Er wurde 1889 errichtet, entworfen von der britischen Kolonialverwaltung mit einem Granitschaft und einer gusseisernen Laternenkammer. Das Drehfeuer zeigt drei Blitze alle 20 Sekunden mit einer Tragweite von 27 Seemeilen — eines der stärksten Leuchtfeuer des Indischen Ozeans. Dondra Head ist ein kritischer Wegepunkt für alle Schiffe, die um Sri Lanka herum navigieren, da das Kap bekannt für plötzliche Wetterumschwünge und starke Strömungen ist. Der Turm ist für Besucher geöffnet; die 220 Stufen lohnen sich für den Ausblick auf den Indischen Ozean.

3. Barberyn Leuchtturm (Beruwala), Beruwala

Der Leuchtturm Barberyn steht auf einer kleinen Felsniederung am Eingang zur Bucht von Beruwala, dem ältesten muslimischen Fischerort Sri Lankas. Der weiße konische Turm wurde 1889 fertiggestellt und misst 30 Meter; er zeigt ein weißes und rotes Sektorfeuer mit einer Tragweite von 26 Seemeilen im weißen Sektor. Das rote Sektorfeuer warnt vor den Korallenriffen, die sich westlich von Beruwala unter der Wasseroberfläche erstrecken. Der Turm steht auf einer kleinen Insel, die von der Hafenmole per Boot erreichbar ist; Reisende in den nahe gelegenen Strandresorts von Beruwala können Bootsausflüge zur Insel unternehmen.

4. Little Basses Lighthouse, östlich von Kirinda

Die Little Basses ist eine Felsengruppe im flachen Küstenmeer südöstlich von Kirinda, eine der gefährlichsten Untiefen der Sri-Lanka-Küste. Der Leuchtturm dort — ein schlanker weißer Turm auf dem Fels, 1890 vollendet — ist einer der abgelegensten Sri Lankas und bei rauer See kaum erreichbar. Er misst etwa 24 Meter und zeigt ein weißes Feuer mit einer Tragweite von 25 Seemeilen, das die Basses-Felsen für alle Schiffe auf der Ostroute um Sri Lanka markiert. Der Leuchtturm ist vollautomatisiert und nicht für Besucher zugänglich; Tauchboote, die die berühmten Korallenriffe der Little Basses ansteuern, passieren den Turm auf ihrem Weg hinaus.

5. Great Basses Lighthouse, südöstlich von Kirinda

Die Great Basses liegt einige Meilen östlich der Little Basses und ist durch tieferes Wasser von der Küste getrennt. Der Leuchtturm, der 1873 auf dem Fels errichtet wurde, gilt als Meisterwerk viktorianischer Offshore-Leuchtturmbautechnik in Asien. Der aus Granitblöcken gebaute Turm misst 37 Meter; Ingenieur James Walker von Trinity House entwarf den Grundriss. Das Drehfeuer zeigt weiße und rote Sektoren mit einer Tragweite bis zu 22 Seemeilen. Die Gewässer um die Great Basses sind für Haiangriffe bekannt und im Winter durch Monsunwellen schwer zugänglich. Das Wrack eines Mogul-Schatzschiffs aus dem 17. Jahrhundert liegt in der Nähe und hat den Ort bei Tauchern berühmt gemacht.

6. Colombo Leuchtturm, Colombo

Der Leuchtturm von Colombo steht am Ende der Hafenmole des Nordhafens und sichert die Einfahrt in den wichtigsten Containerhafen Sri Lankas. Der heutige Turm ist ein modernes Bauwerk aus dem 20. Jahrhundert, aber auf seiner Stelle stand ein erstes britisches Leuchtfeuer bereits seit den 1850er Jahren. Das weiße Blinkfeuer hat eine Tragweite von 20 Seemeilen und arbeitet rund um die Uhr, da Colombo einer der meistfrequentierten Häfen des Indischen Ozeans ist. Der Turm ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, da er auf dem Hafengelände steht, aber vom Uferpark Galle Face Green ist er deutlich sichtbar.

7. Point Pedro Leuchtturm, Jaffna

Am nördlichsten Zipfel Sri Lankas — und damit dem nördlichsten festen Leuchtturm der Insel — steht der Turm von Point Pedro, 1916 errichtet. Der weiße oktogonale Turm misst 16 Meter und markiert die Halbinsel Jaffna sowie die flachen, riffigen Gewässer der Palk Strait zwischen Sri Lanka und Indien. Das Feuer zeigt ein rotes und weißes Sektorfeuer mit einer Tragweite von 15 Seemeilen. Jahrzehntelang war Point Pedro wegen des Bürgerkriegs für Reisende gesperrt; seit dem Kriegsende 2009 hat die Region den Tourismus langsam wiederbelebt, und der Leuchtturm ist heute Bestandteil von Tagestouren durch die Jaffna-Halbinsel.

8. Trincomalee Leuchtturm, Trincomalee

Trincomalee besitzt einen der tiefsten natürlichen Häfen der Welt und war deshalb sowohl für die britische Kolonialflotte als auch für die japanische Marine im Zweiten Weltkrieg von strategischer Bedeutung. Der Leuchtturm der Stadt steht auf einem Felsvorsprung nahe dem historischen Koneswaram-Tempel, einem der bedeutendsten Hindutempel Sri Lankas. Der weiße Turm aus dem späten 19. Jahrhundert zeigt ein weißes Blinkfeuer, das die Einfahrt in den Inneren Hafen markiert. Trincomalee ist heute ein Taucher- und Walbeobachtungszentrum; der Leuchtturm liegt auf dem Weg zur Sehensswürdigkeit Swami Rock und ist leicht zu Fuß erreichbar.

9. Hambantota Leuchtturm, Hambantota

An der Südküste Sri Lankas, nicht weit vom Yala-Nationalpark entfernt, markiert der Leuchtturm Hambantota die Einfahrt in den gleichnamigen Hafen, der von China finanziert und 2017 auf 99 Jahre an eine chinesische Staatsgesellschaft verpachtet wurde. Der weiße Turm zeigt ein weißes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 24 Seemeilen und dient heute einem der am schnellsten wachsenden Containerhäfen der Region. Er steht in einer küstennahen Gegend, die stark von der Flutkatastrophe von 2004 betroffen war; mehrere Memorialtafeln in der Umgebung erinnern daran.

10. Foul Point Leuchtturm, Trincomalee

Etwas südlich der Stadt Trincomalee markiert der Leuchtturm Foul Point — sein englischer Name ist eine direkte Übersetzung der nautischen Warnung vor den Felsen und Sandbänken, die dieses Kap zu einem der gefährlichsten der Ostküste Sri Lankas machen. Der schlanke weiße Turm aus der Kolonialzeit wurde im 19. Jahrhundert errichtet und zeigt ein rotes Blinkfeuer, das die Untiefen östlich des Kaps anzeigt. Er ist von der Straße nach Nilaveli (einem beliebten Strand nördlich von Trincomalee) aus gut sichtbar.

Praktische Hinweise

Sri Lanka ist gut per Direktflug zu erreichen; Colombo und Hambantota (Mattala) sind die wichtigsten Flughäfen. Die meisten bedeutenden Leuchttürme liegen entlang einer Südküstenroute, die Colombo, Beruwala, Galle und Dondra miteinander verbindet — eine klassische Rundreise von drei bis vier Tagen. Für Little Basses und Great Basses empfehlen sich Tauchveranstalter in Arugam Bay oder Kirinda. Die beste Reisezeit für die Südküste ist Dezember bis März (außerhalb des Nordost-Monsuns). Karte öffnen und alle Leuchtfeuer der Insel auf einen Blick entdecken.