Die 10 schönsten Leuchttürme in Indien
Die indische Küste erstreckt sich über mehr als 7.500 Kilometer vom Arabischen Meer im Westen über die Südspitze des Subkontinents bis zum Golf von Bengalen im Osten. Entlang dieser gesamten Küstenlinie haben Generationen von Seefahrern auf Leuchttürme als verlässliche Orientierungspunkte vertraut — zuerst auf Holzfeuer und Öllampen, dann auf moderne optische Systeme. Der Directorate General of Lighthouses and Lightships (DGLL) verwaltet heute mehr als 190 Leuchtfeuer, die von kolonialen Backsteinbauten des 18. Jahrhunderts bis hin zu schlanken Stahltürmen des 21. Jahrhunderts reichen. Diese Vielfalt spiegelt Indiens lange Geschichte als maritime Zivilisation wider, die lange vor der Ankunft europäischer Handelsmächte auf See aktiv war.
1. Mahabalipuram Lighthouse, Tamil Nadu
Der Leuchtturm von Mahabalipuram, auch als Mamallapuram bekannt, steht auf einem Felsvorsprung neben den Pallava-Felsreliefs aus dem 7. Jahrhundert, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen. Das aktuelle Bauwerk aus dem Jahr 1887 ist etwa 27 Meter hoch und zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Tragweite von 14 Seemeilen. Es markiert die flache Küste des Golfes von Bengalen südlich von Chennai, wo versandete Untiefen seit der Antike eine Gefahr für Schiffe darstellten. Der Turm ist täglich geöffnet und bietet Besuchern einen Panoramablick über die antiken Tempel und das Meer. Die Aussicht bei Sonnenuntergang, wenn das warme Licht über die Pallava-Skulpturen fällt, gehört zu den schönsten Aussichten an der Koromandelküste.
2. Kanyakumari Lighthouse, Tamil Nadu
An der südlichsten Spitze des indischen Subkontinents, wo der Arabische See, der Golf von Bengalen und der Indische Ozean zusammentreffen, steht der Leuchtturm von Kanyakumari. Das aktuelle Gebäude wurde 1983 in Betrieb genommen und überragt den älteren Turm aus dem Jahr 1894, der sich direkt daneben befindet. Mit 37 Metern Höhe sendet er ein weißes Blitzlicht über 25 Seemeilen aus — eine beträchtliche Reichweite, die für die starke Schifffahrt in diesem Gewässer unerlässlich ist. Die starken Strömungen an dieser Dreifachgrenze zählten einst zu den gefährlichsten der Indischen Ozeans. Heute ist das Gebiet ein beliebtes Pilgerziel und ein Touristenziel; von der Aussichtsplattform des Turms aus kann man bei gutem Wetter Schiffe in drei Richtungen sehen.
3. Chennai Lighthouse, Tamil Nadu
Der Leuchtturm von Chennai, auch Marina Lighthouse genannt, steht hoch auf der Uferpromenade von Marina Beach — einem der längsten städtischen Strände der Welt. Der aktuelle Turm wurde 1977 errichtet und ist 46 Meter hoch; er sendet ein grünes Blitzlicht mit einer Reichweite von 20 Seemeilen aus, das die Einfahrt in den Hafen von Chennai und das Küstenriff südlich davon markiert. Frühere Leuchttürme an diesem Standort gehen auf das Jahr 1844 zurück. Das Gebäude ist für die Öffentlichkeit zugänglich, und der Aufstieg über die Wendeltreppe führt zu einer Aussichtsplattform mit Blick auf Madras, den Hafen und das Meer. Chennai ist ein wichtiger Ausgangspunkt für alle, die die Leuchtturmküste Tamil Nadus erkunden möchten.
4. Dolphin's Nose Lighthouse, Visakhapatnam, Andhra Pradesh
Hoch auf dem Dolphin's Nose — einer markanten Felsformation, die 174 Meter über dem Meeresspiegel liegt — erhebt sich der Leuchtturm von Visakhapatnam, einer der markantesten Leuchtturm-Lagen in ganz Indien. Der Bau stammt aus dem Jahr 1862 und wurde im Laufe der Zeit modernisiert; das aktuelle Licht hat eine Reichweite von 32 Seemeilen, eine der größten an der Ostküste Indiens. Die natürliche Höhe des Felsens addiert sich zur Turmmhöhe hinzu, sodass das Leuchtfeuer für Schiffe weit auf dem Golf von Bengalen sichtbar ist. Visakhapatnam, auch 'Vizag' genannt, ist ein bedeutender Hafen, und das Licht markiert den gefährlichen Eingang zur Bucht sowie das felsige Vorgebirge selbst. Der Zugang zum Turm ist eingeschränkt, da sich das Gelände in einem aktiven Marinegebiet befindet.
5. Alleppey Lighthouse, Kerala
Der Leuchtturm von Alleppey (heute offiziell Alappuzha) steht an der Hauptstraße am Rande des berühmten Backwater-Kanal-Netzes Keralas. Er wurde 1862 erbaut und hat eine Höhe von etwa 25 Metern. Das weiße Blitzlicht markiert die flache, sanfte Küste Keralas und die tückische Einfahrt in die Backwaters südlich von Cochin. Das Leuchtfeuer ist nach wie vor aktiv und in die örtliche Gesellschaft gut integriert; es liegt in unmittelbarer Nähe des pulsierenden Fischerei- und Hausbootmarktes von Alleppey. Besucher können den Turm an bestimmten Tagen der Woche besteigen. Die umgebende Küstenlandschaft, die flachen Gewässer und der Palmenbestand machen ihn zu einem der malerischsten Leuchttürme Indiens.
6. Beypore Lighthouse, Kerala
Beypore, südlich von Calicut (Kozhikode), war über Jahrhunderte hinweg eines der bedeutendsten Schiffsbaugebiete in ganz Arabien und dem Indischen Ozean — die hölzernen 'Uru'-Daus, die hier gebaut wurden, befuhren die Handelswege bis Ostafrika. Der Leuchtturm von Beypore wurde 1928 errichtet und markiert die Mündung des Chaliyar-Flusses. Er steht auf einer Spitze zwischen dem Fluss und dem Arabischen Meer, 26 Meter hoch, und sendet ein weißes und rotes gruppiertes Blitzlicht, das die sandige Flussmündung und die Flachwasserbänke vor der Küste bezeichnet. Heute ist die traditionelle Uru-Werft in unmittelbarer Nähe noch in Betrieb, und der Besuch beider Stätten gibt ein lebendiges Bild der maritimen Geschichte Keralas.
7. Porto Novo Lighthouse, Tamil Nadu
Der Leuchtturm von Porto Novo — heute Parangipettai — steht an der Mündung des Flusses Vellar und markiert eine der schwierigsten Flussmündungen der Koromandelküste. Das Licht wurde ursprünglich von den Portugiesen errichtet und mehrfach neu gebaut; der heutige Turm stammt aus britischer Kolonialzeit und hat eine Höhe von rund 23 Metern. Er zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von etwa 16 Seemeilen und warnt Schiffer vor den Sandbänken, die sich an der Flussmündung je nach Monsunstärke verlagern. Der Ort selbst ist historisch interessant: Er war ein früher portugiesischer Handelsposten und späterer Schauplatz einer bedeutenden Seeschlacht zwischen Hyder Ali und der britischen Marine im Jahr 1782.
8. Kannur Lighthouse, Kerala
Der Leuchtturm von Kannur (Cannanore) wurde 1894 erbaut und steht am Rande der Bucht von Mappila, eines historischen arabischen Handelshafens. Das Gebäude ist charakteristisch für die koloniale Backsteinarchitektur der Zeit — ein kräftiger zylindrischer Turm mit Eisengussgalerie — und hat eine Höhe von rund 23 Metern. Das Licht sendet ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 15 Seemeilen, das die felsige Küste und die verstreuten Untiefen vor dem Hafen markiert. Kannur war jahrhundertelang der wichtigste Hafen der Kottayam-Königreiche und ein zentraler Knotenpunkt im arabisch-indischen Gewürzhandel. Der Leuchtturm ist noch aktiv und liegt in der Nähe des historischen St. Angelo Fort; zusammen bilden sie ein anschauliches Ensemble kolonialer Küstenarchitektur.
9. Koteshwar Lighthouse, Gujarat
Der Leuchtturm von Koteshwar steht an einem der entlegensten Punkte der indischen Küste — am westlichsten Zipfel Gujarats, der sogenannten Nal Sarovar Peninsula, nahe der Grenze zu Pakistan. Das Licht wurde 1965 errichtet, um die flachen Gewässer des nördlichen Arabischen Meeres und die tückischen Schlammbänke des Rann of Kutch zu markieren. Mit einer Höhe von 30 Metern sendet es ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 15 Seemeilen. Die Gegend ist kaum besiedelt und praktisch touristisch unerschlossen; die letzten Kilometer der Zufahrt führen durch salzige Wüstenlandschaft. In der Nähe befindet sich ein kleiner Shiva-Tempel, der dem Leuchtturm seinen Namen gibt und von Pilgern aus der Region aufgesucht wird.
10. Pondicherry Lighthouse, Puducherry
Der Leuchtturm von Pondicherry (Puducherry) steht im Herzen der Stadt, keine 200 Meter vom Meer entfernt, und prägt die Silhouette des Hafenquartiers. Er wurde ursprünglich 1836 errichtet und mehrfach erneuert; der aktuelle, rote Metallturm hat eine Höhe von rund 30 Metern. Das weiße Blitzlicht mit einer Reichweite von 22 Seemeilen markiert die offene Reede von Pondicherry, die keine natürlichen Wellenbrecherfelsen hat und für die Schifffahrt zwischen Chennai und Karikal wichtig ist. Das Leuchtfeuer ist aktiv und für Besucher geöffnet. Pondicherry als ehemaliges französisches Territorium hat eine besondere koloniale Architektur, und der Leuchtturm steht im Zentrum des gepflegten 'White Town', das im französischen Stil erbaut wurde.
Praktische Hinweise
Die meisten indischen Leuchttürme, die für den öffentlichen Besuch geöffnet sind, haben Öffnungszeiten an Wochentagen von etwa 15 bis 17 Uhr und am Wochenende von etwa 9 bis 17 Uhr — Zeiten können sich ändern, und es empfiehlt sich immer eine Voranfrage beim DGLL oder bei lokalen Behörden. Die beste Reisezeit für die Westküste (Kerala, Gujarat) ist zwischen November und März, wenn der Nordostmonsun die Ostküste beherrscht; für Tamil Nadu und Andhra Pradesh gilt die umgekehrte Jahreszeit, da der Südwestmonsun von Juni bis September Regen bringt. Alle hier genannten Leuchttürme sind mit dem Direktzug oder Bus zu erreichen. Karte öffnen zeigt die genauen Standorte aller Leuchttürme Indiens und hilft beim Planen einer Küstenroute entlang der Koromandelküste oder der Malab arküste.