Die 10 schönsten Leuchttürme in Italien
Italien liegt im Herzen des Mittelmeers mit einer Küstenlinie von über 7.600 Kilometern, die zwei Meere umfasst — das Tyrrhnenische im Westen, das Adriatische im Osten und das Ionische im Süden. Seit der Antike haben Seefahrer auf Feuer und Leuchtzeichen vertraut, um sich in diesen Gewässern zu orientieren, und der Leuchtturm von Genua, bekannt als La Lanterna, ist eines der ältesten noch betriebenen Navigationslichter der Welt. Die Marine Militare und das Corpo delle Capitanerie di Porto verwalten heute gemeinsam das Netz der italienischen Leuchtfeuer. Viele befinden sich an spektakulären geografischen Positionen — auf Kliffvorsprüngen, auf kleinen Inseln, auf Hafenmolen — und sind fester Bestandteil der maritimen Identität des Landes.
1. Faro di Genova (La Lanterna), Ligurien
La Lanterna ist der älteste aktive Leuchtturm Europas und das Wahrzeichen Genuas. Die ersten schriftlichen Erwähnungen eines Feuers an dieser Stelle gehen auf das Jahr 1128 zurück; der heutige Turm wurde 1543 nach einem teilweisen Einsturz neu errichtet. Er steht auf einem Felsvorsprung am westlichen Eingang des Hafens, ist 76 Meter hoch und sein Licht hat eine Reichweite von 33 Seemeilen. Das weißgrüne Gruppenblitzlicht ist eines der stärksten an der ligurischen Küste und warnt Schiffer vor den Klippen westlich des Hafens. Ein kleines Museum innerhalb des Turms zeigt die Geschichte der Seefahrt in Genua; der Aufstieg über 172 Stufen endet mit einem Panorama über den Hafen und die Ligurien.
2. Faro di Punta Carena, Capri
Punta Carena steht am südwestlichen Ende der Insel Capri, auf einem Steilkliff über dem Tyrrhenischen Meer. Der Leuchtturm wurde 1867 erbaut und ist nach La Lanterna das zweithellste Licht des Tyrrhenischen Meeres; der Turm ist 34 Meter hoch und das Licht hat eine Reichweite von 27 Seemeilen. Das weiße Blitzlicht markiert die Südwestspitze Capris und die Untiefen rund um die Punta. Der Leuchtturm ist noch aktiv und nicht für den öffentlichen Besuch zugänglich, aber der umgebende Felsenstrand und die nahegelegenen Stufen, die zur Aussichtsplattform des Kaps führen, sind beliebte Ausflugsziele. Die beste Aussicht bietet eine Bootsrundfahrt um die Insel.
3. Faro della Vittoria, Triest
Der Faro della Vittoria wurde 1927 als Kriegsdenkmal und Leuchtturm in einem errichtet — auf dem Gipfel des Hügels über Triest, 53 Meter über dem Meeresspiegel. Der schlanke weiße Turm trägt eine Bronzestatue der 'Vittoria Alata' (Geflügelter Sieg) an seiner Spitze und ist 68 Meter hoch; das Licht hat eine Reichweite von 30 Seemeilen. Er markiert den Eingang zum Golf von Triest und leitet Schiffe durch die engen nördlichen Adriagewässer. Das Denkmal ist dem Andenken der im Ersten Weltkrieg auf See gefallenen Seeleute gewidmet. Vom Gelände aus bietet sich ein weiter Blick über Triest, den Golf und die slovenische Küste; ein Besuch ist zu Fuß oder mit dem Bus vom Stadtzentrum aus möglich.
4. Faro di Portofino, Ligurien
Das Faro di Portofino steht auf der Spitze des gleichnamigen Vorgebirges, auf dem Kliff am Ende des Halbinsels südlich des berühmten Dorfes Portofino. Der Turm wurde 1870 erbaut und ist 12 Meter hoch; das weiße und rote Blitzlicht hat eine Reichweite von 25 Seemeilen und markiert die Felsformation am Ende des Golfo del Tigullio. Der Weg zum Leuchtturm führt durch Pinien und Macchia-Buschwerk am Kliffrand entlang — ein gut ausgeschilderter Wanderpfad von etwa einer Stunde Dauer von Portofino aus. Die Aussicht am Leuchtturm auf den Golf und die Cinque-Terre-Küste gehört zu den schönsten Panoramen Liguriens.
5. Faro di Murano, Lagune von Venedig
Auf der Glasmacherinsel Murano in der Lagune von Venedig steht ein ungewöhnlicher Leuchtturm: ein achteckiger Campanile-förmiger Turm aus dem 19. Jahrhundert, der an die Kirchtürme der Laguneninseln erinnert. Das Licht markiert den Bootskanal durch die seichte Lagune und dient als Orientierungspunkt für Murano-Fähren, Wassertaxis und kleine Frachtboote. Die Lagune ist flach und mit versteckten Schlammbänken durchzogen; selbst moderne GPS-Navigationssysteme verlassen sich auf die Leuchtzeichen des Kanalnetzwerks. Der Leuchtturm ist nicht öffentlich zugänglich, aber von der Fähre aus gut zu sehen und Teil des Erscheinungsbildes dieser einzigartigen Stadt auf dem Wasser.
6. Faro del Gianicolo, Rom
Der Faro del Gianicolo ist eine Kuriosität unter den Leuchttürmen: Er steht auf dem Gianicolo-Hügel mitten in Rom, mehr als 30 Kilometer vom Meer entfernt. Er wurde 1911 von der italo-argentinischen Gemeinschaft als Denkmal an Giuseppe Garibaldi errichtet und sendet ein rotierendes grün-weißes Licht aus, das nachts über die Ewige Stadt strahlt — kein Seezeichen, sondern ein nationales Symbol. Dennoch ist er im Inventar der italienischen Leuchttürme geführt und besitzt IALA-Nummer. Der Gianicolo-Park ist täglich zugänglich und bietet eine der besten Aussichten auf den historischen Stadtkern Roms, mit dem Petersdom im Vordergrund und dem Leuchtturm im Rücken.
7. Faro di Fano, Marken
Fano ist ein altrömischer Hafen an der adriatischen Küste der Marken, und sein Leuchtturm von 1864 markiert die Hafeneinfahrt und die Sandbänke der Fano-Reede. Der Turm ist 20 Meter hoch, zeigt ein weißes Blitzlicht mit einer Reichweite von 15 Seemeilen und ist charakteristisch für die kleinen, eleganten Hafen-Leuchttürme der oberen Adria. Fano selbst war ein wichtiger Hafen der Republik Ragusa und des Kirchenstaats; römische Stadtmauern und ein Triumphbogen aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. sind noch erhalten. Der Leuchtturm liegt an der Hafenmole und ist gut zu Fuß vom Stadtzentrum aus zu erreichen.
8. Faro di Punta Vagno, Genua
Punta Vagno ist ein kleines Vorgebirge im östlichen Teil des Golfs von Genua, innerhalb des modernen Stadtgebiets von Genua. Der Leuchtturm von 1901 ist ein eleganter weißer Turm von 15 Metern Höhe; das weiße und rote Blitzlicht hat eine Reichweite von 12 Seemeilen und markiert das Kap östlich des Hafens. Als Gegenpol zu La Lanterna im Westen bildet Punta Vagno die östliche optische Begrenzung der Einfahrt in den Hafen. Der Leuchtturm liegt in einem öffentlichen Park an der Strandpromenade des Quartiers Sturla; er ist nicht besteigbar, aber vom Strand aus gut zu sehen und ein charakteristischer Teil der genuesischen Küstenlandschaft.
9. Faro di San Venerio, Ligurien
Der Leuchtturm auf dem Tino, einer kleinen Insel vor dem Golf von La Spezia, ist mit dem Klosterkomplex des heiligen Venerius verknüpft, der im 7. Jahrhundert auf dieser Felseninsel lebte. Der Leuchtturm von 1842 nutzt die natürliche Höhe des Felsens, und der weiße Turm hat eine Höhe von 18 Metern; das Licht hat eine Reichweite von 17 Seemeilen. Der Tino ist normalerweise gesperrt, da er zum Marinestützpunkt gehört, aber einmal jährlich — am Fest des heiligen Venerius im September — ist die Insel für Pilger und Besucher geöffnet. Von den Ufern von Porto Venere aus ist der Leuchtturm gut zu sehen; Bootsrundfahrten umrunden regelmäßig die Insel.
10. Faro di Capo d'Anzio, Latium
Anzio war im Altertum einer der wichtigsten Häfen des Tyrrhenischen Meeres — der Geburtsort Neros, ein Ferienort der Römer und 1944 Schauplatz der alliierten Landung. Der Leuchtturm am Kap wurde 1857 errichtet und ist 25 Meter hoch; das weiße und rote Blitzlicht mit einer Reichweite von 20 Seemeilen markiert das seichte Vorgebirge zwischen Rom und Neapel, wo die Linie der Pontinischen Inseln beginnt. Der Leuchtturm ist aktiv und liegt im Stadtgebiet von Anzio, zugänglich über den Küstenweg. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich ein Kriegsfriedhof und ein Museum zur Anzio-Landung.
Praktische Hinweise
Für die meisten Leuchttürme Italiens gilt: Das Äußere ist frei zugänglich und vom Wanderweg aus zu sehen, aber das Besteigen des Turms ist nur in wenigen Fällen möglich. La Lanterna in Genua, der Faro della Vittoria in Triest und gelegentlich das Faro di Punta Carena bieten organisierte Besichtigungen an. Die beste Reisezeit für die Küstenregionen ist Frühling und Herbst; im Sommer sind viele Orte stark frequentiert. Karte öffnen zeigt die genaue Lage aller italienischen Leuchttürme und hilft dabei, eine Küstenroute entlang der Ligurien oder der Adria zu planen.