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Die 10 schönsten Leuchttürme in Südkorea

Die koreanische Halbinsel ist von drei Seiten vom Meer umgeben: im Westen das Gelbe Meer mit seinen ausgedehnten Gezeitenwattflächen, im Osten das Japanische Meer mit seinen tiefen, klaren Wassern, im Süden der Koreastreit mit Tausenden von Inseln. Diese geographische Vielfalt hat eine ebenso vielfältige Leuchtturm-Tradition hervorgebracht. Die ersten modernen Leuchttürme wurden Ende des 19. Jahrhunderts unter dem Druck ausländischer Handelsmächte errichtet, die Korea in das globale Handelsystem einzubinden versuchten. Die japanische Kolonialverwaltung baute das Netz dann zwischen 1910 und 1945 systematisch aus. Heute unterhält die koreanische Küstenwache ein umfassendes Netz von Leuchtfeuern, von denen viele historische Türme zu Kulturgütern erklärt und für Besucher zugänglich gemacht wurden. Südkorea gehört zu den wenigen Ländern der Welt, in denen Leuchtturm-Tourismus aktiv gefördert wird — mit Museums-Leuchttürmen, Aussichtsplattformen und sogar Übernachtungsmöglichkeiten in ehemaligen Wächterhäusern.

1. Homigot Leuchtturm, Pohang

Der Leuchtturm Homigot steht an der östlichsten Spitze des koreanischen Festlands, dem Kap, das der Volksmund als die „Nase des Tigers" bezeichnet — gemeint ist die tigerförmige Silhouette der koreanischen Halbinsel. Der Turm wurde 1908 von der japanischen Kolonialverwaltung erbaut und ist mit 26,4 Metern Höhe und einem charakteristischen roten Backsteinkörper mit weißen Bändern einer der architektonisch bemerkenswertesten Leuchttürme des Landes. Das Drehfeuer sendet einen Blitz alle vier Sekunden und ist bei klarem Wetter bis auf 35 Seemeilen sichtbar. Es warnt vor den felsigen Untiefen, die sich von Homigot nach Norden erstrecken. Der Turm ist heute ein Museum; die angrenzende Küste ist für das Neujahrsspektakel bekannt, bei dem Tausende den ersten Sonnenaufgang des Jahres auf dem koreanischen Festland erleben.

2. Palmido Leuchtturm, Incheon

Der Leuchtturm Palmido auf der gleichnamigen kleinen Insel vor der Küste Incheons gilt als erster moderner Leuchtturm Koreas. Er wurde 1903 errichtet, noch bevor die japanische Kolonialherrschaft begann, und war Teil des Versuchs der Joseon-Regierung, den Hafen Incheon für den internationalen Handel zu öffnen. Der ursprüngliche weiße Turm mit einer Höhe von 7,9 Metern steht noch immer als Kulturdenkmal; ein modernerer, 26 Meter hoher Turm daneben übernimmt heute die aktive Navigationsaufgabe. Palmido ist per Fähre von Incheon erreichbar; auf der Insel gibt es einen kleinen Leuchtturm-Park mit Informationstafeln zur Geschichte des koreanischen Seewesens.

3. Ulgi Leuchtturm, Ulsan

Der Leuchtturm Ulgi thront auf einem Felsplateau am Kap Ulgi, einem markanten Vorsprung zwischen Busan und Pohang an der Ostküste. Er wurde 1906 gebaut und 1987 durch einen Neubau ersetzt, der stilistisch an den Vorgänger angelehnt ist: weißer Rundbau mit roter Laternenkammer, 24 Meter hoch. Das Blinkfeuer mit einer Reichweite von 23 Seemeilen markiert das Kap und warnt vor den Granitsockeln, die bei Niedrigwasser aus dem Wasser ragen. Das Kap Ulgi ist Teil des gleichnamigen Nationalparks und ein beliebtes Wanderziel; der Weg von der Busstation Daewangsam zur Leuchtturmspitze führt durch Kiefernwälder mit Meerblick.

4. Gadeokdo Leuchtturm, Busan

Auf der Insel Gadeokdo, die durch den Bau des neuen Busan-Ganghwa-Tunnels heute mit dem Festland verbunden ist, steht ein Leuchtturm aus dem Jahr 1909. Der weiße Turm mit achteckigem Grundriss misst 13,9 Meter und zeigt ein weißes Isophasenfeuer mit einer Tragweite von 18 Seemeilen. Er markiert die südliche Einfahrt in die Bucht von Busan, eine der meistbefahrenen Hafeneinfahrten Ostasiens. Gadeokdo ist auch bekannt für den Bau des neuen Busan-Flughafens auf angrenzenden Gezeitenflächen; das Umfeld des Leuchtturms dürfte sich in den nächsten Jahren erheblich verändern. Derzeit ist der Turm öffentlich zugänglich und bietet freien Blick auf die Containerschiffe, die auf die Bucht zusteuern.

5. Mara Island Leuchtturm, Jeju

Mara Island ist die südlichste bewohnte Insel Südkoreas und damit der südlichste Punkt des Landes. Ihr kleiner weißer Leuchtturm, 1915 errichtet und mehrfach modernisiert, steht auf einer flachen Lavafelsinsel, deren höchster Punkt nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das Feuer zeigt ein rotes Blinkfeuer und ist auf 10 Seemeilen sichtbar; es warnt vor den vulkanischen Felsriffen, die die Insel umgeben und für kleine Fischerboote gefährlich sind. Mara Island ist per Fähre von Jeju-do erreichbar und ein beliebtes Tagesziel; der Rundweg um die Insel dauert etwa eine Stunde und führt unmittelbar am Leuchtturm vorbei.

6. White Lighthouse (Baengnyeongdo), Baengnyeong Island

Der Leuchtturm auf Baengnyeong Island nahe der Seegrenze zu Nordkorea ist einer der abgelegensten Südkoreas. Die Insel liegt im nördlichen Gelben Meer, nur wenige Kilometer von nordkoreanischem Territorium entfernt, und hat strategische und symbolische Bedeutung. Der aktive weiße Turm zeigt ein weißes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 17 Seemeilen und sichert die Fahrwasser um die Insel, die durch Sandbänke und Strömungen des Gelben Meeres geprägt sind. Baengnyeong Island ist per Fähre von Incheon erreichbar — eine mehrstündige Fahrt; aufgrund der Nähe zur Grenzzone gelten besondere Besuchsregelungen, die bei der Tourismusbehörde vorab zu klären sind.

7. Oido Leuchtturm, Siheung

Auf dem kleinen Felshügel der ehemaligen Insel Oido — heute durch Landgewinnung mit dem Festland verbunden — steht ein roter oktogonaler Leuchtturm aus dem Jahr 2003, der weniger durch historisches Alter als durch seine Lage beeindruckt. Er überblickt die ausgedehnten Gezeitenwattflächen des Gelben Meeres, die hier je nach Gezeitenstand mehrere Kilometer freigelegt werden. Das Feuer dient der Orientierung für die zahlreichen Fischerboote, die das Watt befischen. Oido ist heute ein beliebtes Ausflugs- und Fischmarkt-Ziel der Bewohner Seouls; der Leuchtturm ist öffentlich zugänglich und bietet eine Aussichtsplattform mit Panoramablick.

8. Sokcho Leuchtturm, Sokcho

Der Leuchtturm von Sokcho an der Ostküste nahe dem Seoraksan-Nationalpark steht auf einem Felsvorsprung am nördlichen Rand der Lagune Cheongchoho. Er wurde 1918 erbaut und 1957 durch einen Neubau ersetzt. Der weiße Turm mit rotem Band misst 12 Meter und zeigt ein weißes Blinkfeuer, das die Einfahrt in die Lagune und den dahinter liegenden Fischerhafen markiert. Sokcho ist bekannt für seine Cuttlefishsauce und seine Nähe zum Nationalpark; der Leuchtturm liegt auf einem Wanderweg, der von der Innenstadt aus zu Fuß zu erreichen ist.

9. Geomundo Leuchtturm, Geomun Island

Geomun Island — historisch als Port Hamilton bekannt, das die britische Marine 1885 kurzzeitig besetzt hielt — beherbergt einen Leuchtturm aus dem Jahr 1905, der zu den ältesten erhaltenen Koreas zählt. Der weiße Turm mit achteckigem Grundriss und roter Laternenkammer misst 6,4 Meter; das Feuer hat eine Tragweite von 14 Seemeilen und dient der Orientierung in den von Inseln und Riffen durchzogenen Gewässern südlich der Halbinsel. Geomun Island ist per Fähre von Yeosu erreichbar; das britische Militärfriedhof und die Geschichte der Besetzung verleihen dem Ort besondere historische Tiefe.

10. Jukbyeon Leuchtturm, Uljin

Der Leuchtturm Jukbyeon wurde 1910 an der Nordostküste in der Nähe der heutigen Stadt Uljin errichtet. Der schlichte weiße Turm mit Laternenkammer diente Jahrzehnte lang der Orientierung für Fischerboote auf dem Japanischen Meer; heute ist er ein regionales Kulturdenkmal. Das Feuer zeigt ein weißes Blinkfeuer und warnt vor einer Reihe von Felsriffen, die sich von der Küste nach Osten erstrecken. Der Turm steht in einem kleinen Park; in der Nähe befinden sich ausgedehnte Kiefernwälder und ein beliebter Strand, was ihn zu einem guten Ausgangspunkt für einen längeren Küstenausflug macht.

Praktische Hinweise

Die meisten großen Leuchttürme Südkoreas sind per öffentlichem Nahverkehr erreichbar, da das Land über ein ausgezeichnetes Bus- und Expressbahnnetz verfügt. Für Inselleuchttürme wie Mara Island und Palmido sind Fähren erforderlich; Fährpläne variieren jahreszeitlich stark und sollten vorab gebucht werden. Das koreanische Küstenwache-Museum in Mokpo und das Leuchtturm-Kulturzentrum in Homigot bieten englischsprachige Ausstellungen zur Geschichte des Leuchtturmwesens. Die beste Reisezeit ist Herbst (September bis November), wenn das Wetter stabil und die Fernsicht optimal ist. Karte öffnen, um alle Leuchttürme der koreanischen Küste zu erkunden.