Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Spanien
Spanien besitzt eine der vielfältigsten Leuchtturmkulturen Europas. Die Küste spannt sich vom sturmgepeitschten Galicien im Nordwesten, entlang der kantabrischen See, durch die Straße von Gibraltar bis zur Mittelmeerküste Kataloniens – und umfasst dazu die Balearen und die Kanarischen Inseln. Hinzu kommt ein Erbe, das bis in die Römerzeit zurückreicht: der Torre de Hércules in A Coruña, der älteste noch aktive Leuchtturm der Welt, ist ein Denkmal für zwei Jahrtausende Seeschifffahrt. Puertos del Estado, die staatliche Hafenbehörde, und die Marine gemeinsam verwalten heute mehr als achtzig aktive Leuchttürme; eine beachtliche Zahl ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Von den Granit-Kaps Galiciens bis zu den Kalksteinfelsen der Balearen bietet Spanien Leuchtturmreisenden ein unerschöpfliches Feld.
1. Torre de Hércules, A Coruña
Der Torre de Hércules ist der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm der Welt und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Das ursprüngliche Bauwerk wurde im ersten oder zweiten Jahrhundert nach Christus von den Römern errichtet, vermutlich unter Kaiser Trajan. Die heute sichtbare Außenverkleidung stammt aus dem Jahr 1791, als der Ingenieur Eustaquio Giannini den verfallenen Kern in einen neuen Steinmantel einschloss. Der Turm ist 55 Meter hoch; die Gesamthöhe über dem Meer beträgt 106 Meter. Das Blinkfeuer Fl(4) W 20s ist auf 23 Seemeilen sichtbar. Der Aufstieg über 234 Stufen und die historischen Erklärungen im Inneren machen ihn zu einem unverzichtbaren Reiseziel an der galicischen Atlantikküste.
2. Faro de Chipiona, Chipiona (Cádiz)
Der Leuchtturm von Chipiona ist der höchste Spaniens und einer der höchsten Europas. Er wurde 1867 unter der Leitung des Ingenieurs Jaime Font Escolá erbaut und ist 69 Meter hoch; seine Feuerhöhe beträgt 67 Meter über dem Meer. Das Feuer Fl(3+1) W 20s ist auf 36 Seemeilen sichtbar – ein unverzichtbarer Orientierungspunkt für Schiffe, die den Guadalquivir-Fluss zur Einfahrt nach Sevilla nutzen oder die Straße von Gibraltar passieren. Die Umgebung des Ortes Chipiona mit seinen Weingütern des Manzanilla-Sherrybereichs macht den Besuch kulturell attraktiv. Der Turm ist in der Saison täglich besteigbar.
3. Faro de Cabo de Gata, Almería
Dieser einsame Turm am gleichnamigen Vulkankap im Naturpark Cabo de Gata-Níjar wurde 1863 fertiggestellt und ist 37 Meter hoch. Die Feuerhöhe beträgt 45 Meter über dem Meer; das Feuer Fl(2) W 7s ist auf 22 Seemeilen sichtbar. Das Kap markiert den Übergang zwischen dem westlichen und zentralen Mittelmeer und warnt vor den Untiefen südöstlich von Almería. Der Naturpark um das Kap ist eine der trockensten Regionen Spaniens und beherbergt eine einzigartige Vulkanlandschaft mit kristallklarem Wasser. Der Leuchtturm ist nicht begehbar; ein Fußweg entlang der Klippen bietet freie Sicht auf das Ensemble aus Turm, Kap und Meer.
4. Faro de Formentor, Mallorca
Der Leuchtturm am Kap Formentor steht an der dramatischsten Stelle der Halbinsel Formentor im Norden Mallorcas: ein weißer Turm auf einem Kalksteinkamm, der steil in das tiefblaue Mittelmeer stürzt. Er wurde 1863 errichtet und ist 20 Meter hoch; die Feuerhöhe beträgt 210 Meter über dem Meer. Das Blinkfeuer Fl(4) W 20s ist auf 20 Seemeilen sichtbar. Die Zufahrt erfolgt über eine der schönsten Gebirgsstraßen der Balearen; im Sommer ist die Straße für Privatfahrzeuge zu Stoßzeiten gesperrt, Linienbusse und geführte Radtouren bieten Alternativen. Das Kap und sein Turm sind täglich zugänglich.
5. Faro de la Mola, Formentera
Am östlichsten Punkt der Insel Formentera thront der Leuchtturm Faro de la Mola auf einem 90 Meter hohen Plateau aus weißem Kalkstein. Der Turm wurde 1861 erbaut und ist 25 Meter hoch; das Feuer Fl(3) W 15s strahlt auf 28 Seemeilen. Jules Verne soll diesen Leuchtturm in 'Hector Servadac' (1877) als Schauplatz genutzt haben; ein Denkmal neben dem Turm erinnert daran. Die Einsamkeit des Caps de Barbaria und des Cap de la Mola, die die Insel an beiden Enden rahmen, ist das Gegenstück zum Trubel des nahe gelegenen Ibiza. Der Turm ist jederzeit zu besichtigen.
6. Faro de Torres (Cabo de Torres), Asturien
Dieser Leuchtturm an der kantabrischen Küste westlich von Gijón wurde 1863 errichtet und ist 18 Meter hoch. Die Feuerhöhe von 111 Metern über dem Meer macht das Feuer Fl(3+1) W 15s auf 24 Seemeilen sichtbar. Das Kap Torres markiert den Beginn der galicischen Küstenseen und warnt vor dem gefährlichen Cabo Peñas, dem nördlichsten Punkt der iberischen Halbinsel, der starken Gezeitenströmungen ausgesetzt ist. Der Turm liegt im Naturpark Cabo Peñas; Wanderwege entlang der Klippen bieten Ausblicke auf die atlantische See und die Grünflächen Asturiens.
7. Faro de la Mesa Roldán, Carboneras (Almería)
Der Leuchtturm Mesa Roldán steht auf einer Basaltkuppe 225 Meter über dem Mittelmeer an der Küste von Almería. Dieser außergewöhnliche Standort macht ihn zu einem der pittoresksten Türme Spaniens: Hinter ihm erstreckt sich die Wüstenlandschaft des Cabo de Gata-Naturparks, vor ihm das mediterrane Blau. Er wurde 1864 errichtet und ist 10 Meter hoch; die enorme Standorthöhe macht das Feuer Fl(3+1) W 20s auf 27 Seemeilen sichtbar. Ein Fußweg führt vom Dorf Carboneras in etwa einer Stunde steil hinauf; der Aufstieg lohnt sich.
8. Faro de San Telmo, Puerto de la Cruz (Teneriffa)
Der Leuchtturm San Telmo an der Nordküste Teneriffas wurde 1788 als einer der ersten Leuchttürme der Kanarischen Inseln errichtet und nach mehreren Überarbeitungen 1896 in seiner heutigen Form fertiggestellt. Der Turm ist 9 Meter hoch, steht aber auf einem Kliff direkt über dem Atlantik; das Feuer Fl(2) R 7s ist auf 11 Seemeilen sichtbar. Der Hafen Puerto de la Cruz ist ein wichtiger Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe auf den Kanaren-Rundreisen. Der Turm liegt im Zentrum der Stadt, umgeben von der historischen Altstadt mit ihren Hölzern und Pflastersteinen des 18. Jahrhunderts.
9. Cabo Prior, Galicien
Der Leuchtturm Cabo Prior nördlich von Ferrol kennzeichnet die nördliche Einfahrt zum Ría de Ferrol, dem bedeutendsten Marinestützpunkt Nordspaniens. Der Turm wurde 1857 errichtet und steht auf einem Granitfels 103 Meter über dem Meer. Das Blinkfeuer Fl(2+1) W 15s ist auf 25 Seemeilen sichtbar und warnt vor den Riffen nördlich des Ría-Eingangs. Cabo Prior ist für Wanderer zugänglich; ein Küstenweg des Camino de los Faros führt von Cabo Ortegal südwärts und verbindet die galicischen Leuchttürme auf einem mehrtägigen Trekking-Erlebnis.
10. Far del Cap de l'Horta, Alicante
Der kleine, aber malerische Leuchtturm am Kap l'Horta nördlich von Alicante wurde 1863 errichtet und ist 8 Meter hoch. Die Feuerhöhe von 37 Metern über dem Meer erlaubt dem Feuer Fl(2+1) W 12s eine Sichtweite von 17 Seemeilen. Das Kap markiert einen wesentlichen Orientierungspunkt für die lebhaft befahrene Schifffahrt zwischen Valencia und Cartagena. Der Leuchtturm ist Teil eines Naturschutzgebiets mit Küstenwegen und einer unberührten Mittelmeervegetation; der Weg vom Strand von Campello dauert etwa 45 Minuten zu Fuß.
Spaniens Leuchttürme sind in der Regel gut mit öffentlichem Verkehr oder per Mietwagen erreichbar; die Küstenwege des Camino de los Faros in Galicien und die gut ausgebauten Nationalpark-Wege in Andalusien und auf den Balearen machen Leuchtturmbesuche bequem planbar. Der Frühling und Herbst bieten die besten Sichtweiten und angenehme Temperaturen. Karte öffnen, um alle spanischen Leuchttürme auf der interaktiven Karte zu erkunden.