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Die 10 bedeutendsten Leuchttürme der Outer Banks

Die Outer Banks und ihr Leuchtturmerbe

Die Outer Banks von North Carolina sind ein schmales Band aus Barrierinseln, das sich über mehr als 300 Kilometer vor der Festlandsküste erstreckt und die Grenze zwischen dem Atlantik und den flachen Innengewässern des Pamlico Sound bildet. Diese Küste trägt den Beinamen Friedhof des Atlantiks: Sandbänke, die sich weit ins offene Meer erstrecken, starke Strömungen und die Kollision warmer und kalter Meeresströmungen haben hier Hunderte von Schiffen in den Grund gerissen. Die Leuchttürme der Outer Banks gehören zu den bekanntesten und historisch bedeutendsten der gesamten Ostküste der USA. Mit der Karte öffnen lässt sich die gesamte Leuchttürmerdichte dieser außergewöhnlichen Küste erkunden.

1. Cape Hatteras Lighthouse, Hatteras Island

Der Cape Hatteras Lighthouse ist mit 63 Metern der höchste Backsteinleuchtturm der USA und eines der bekanntesten Wahrzeichen des Landes. Er wurde 1870 fertiggestellt — sein Vorgänger aus dem Jahr 1803 war oft von Nebel umhüllt und von Seeleuten als unzuverlässig bekannt. Ingenieur Dexter Stetson leitete den Bau des heutigen Turms aus schwarzem und weißem Backstein in charakteristischer Spiralstreifung. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 24 Seemeilen und markiert Diamond Shoals, eine der gefährlichsten Sandbankformationen der Ostküste. Im Jahr 1999 wurde der Turm in einer der größten Turmmigrationsprojekte der Welt um 884 Meter landeinwärts verschoben, um ihn vor der Küstenerosion zu retten. Er kann von Mai bis Oktober bestiegen werden.

2. Bodie Island Lighthouse, Nags Head

Der Bodie Island Lighthouse mit seiner charakteristischen horizontalen Schwarz-Weiß-Streifung wurde 1872 erbaut und ist 48 Meter hoch. Er ist das dritte Bauwerk an diesem Standort — seine beiden Vorgänger wurden durch Baufehler und den Bürgerkrieg zerstört. Der Turm zeigt ein Gruppenblitzfeuer (zwei Blitze alle 30 Sekunden) mit einer Tragweite von 19 Seemeilen und leitet Schiffe durch den Eingang in den Oregon Inlet. Das zum National Park Service gehörende Leuchtturmareal umfasst das ursprüngliche Keeperhaus, das heute als Besucherzentrum dient. Der Turm ist in der Sommersaison täglich geöffnet und bietet einen Panoramablick über die Barrier Islands.

3. Currituck Beach Lighthouse, Corolla

Der Currituck Beach Lighthouse wurde 1875 erbaut, um die Lücke zwischen den Leuchtfeuern von Bodie Island und Cape Henry in Virginia zu schließen — ein Küstenabschnitt, der bis dahin ohne Orientierungszeichen war. Der 59 Meter hohe Turm aus ungestrichenem rotem Backstein ist vollständig erhalten; sein Muster unterscheidet ihn deutlich von den gestreiften Türmen der Nachbarstandorte. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 18 Seemeilen. Das umgebende Areal gehört zu den am besten erhaltenen Lighthouse-Stationen der USA: Keeperhaus, Nebengebäude und Garten sind weitgehend original. Die Station wird von der Outer Banks Conservationists, Inc. verwaltet und ist in der warmen Jahreszeit zugänglich.

4. Cape Lookout Lighthouse, Core Banks

Das Cape Lookout Lighthouse steht auf einer abgelegenen Barriereinsel im Cape Lookout National Seashore, erreichbar nur per Fähre oder Privatboot. Der 1859 erbaut Turm ist 48 Meter hoch und zeigt ein charakteristisches Schwarz-Weiß-Rautenmuster, das ihn von allen anderen amerikanischen Leuchttürmen unterscheidet. Sein Licht dreht sich mit einer Tragweite von 25 Seemeilen und markiert Lookout Shoals — eine weitreichende Sandbank, die Seeleute seit Jahrhunderten in die Tiefe zog. Der Bau wurde unter Aufsicht des Army Corps of Engineers durchgeführt. Der Turm kann von April bis November bestiegen werden; die Überfahrt mit der Fähre von Harkers Island oder Beaufort ist Teil des Abenteuers.

5. Ocracoke Lighthouse, Ocracoke Island

Das Ocracoke Lighthouse ist das älteste noch in Betrieb befindliche Leuchtfeuer in North Carolina. Der weiß getünchte Turm wurde 1823 erbaut und ist 26 Meter hoch — bescheiden im Vergleich zu seinen Nachbarn, aber historisch bedeutsam. Er markiert die Einfahrt in den Ocracoke Inlet und leitet Schiffe in den Silver Lake Harbor. Das Dauerlicht hat eine Tragweite von 14 Seemeilen. Das Leuchtturmareal liegt inmitten des Dorfes Ocracoke, das nur per Fähre oder über die Hatteras Island Road erreichbar ist. Der Turm selbst ist nicht zur Besteigung freigegeben, aber das umgebende Gelände des National Park Service ist öffentlich zugänglich. Das Dorf Ocracoke gilt als eines der ursprünglichsten Fischerdörfer der Ostküste.

6. Roanoke Marshes Lighthouse, Manteo (Nachbau)

Der Roanoke Marshes Lighthouse in Manteo ist eine 2004 errichtete originalgetreue Nachbildung des historischen Screwpile-Leuchtturms, der von 1877 bis 1955 an diesem Standort stand. Das Original, ein achteckiger Holzturm auf Schraubenpfählen, wurde errichtet, um die Einfahrt in die Roanoke Sound-Fahrrinne zu kennzeichnen. Der Nachbau steht auf einem Steg an der Manteo-Uferpromenade und ist kostenlos zugänglich; er zeigt kein aktives Leuchtfeuer, ist aber ein wichtiger Erinnerungsort an den Typ der Screwpile-Türme, die einst die flachen Binnengewässer der Outer Banks säumten.

7. Croatan Sound Range Lights, Manteo

Die Richtfeuer am Croatan Sound dienen als Einweisungssystem für Fahrzeuge, die durch die enge Fahrrinne zwischen Roanoke Island und dem Festland navigieren. Die schlichten Stahltürme wurden im 20. Jahrhundert errichtet und sind für den heutigen Schiffsverkehr unverzichtbar. Sie zeigen rote und grüne Richtfeuer und sind nicht zur Besichtigung zugänglich, prägen aber als aktive Seezeichen das Erscheinungsbild des Croatan Sound.

8. Hatteras Inlet Light (historisch), Frisco

An der Stelle des heutigen Frisco stand bis 1866 das Hatteras Inlet Light, ein kleiner Schraubenpfahl-Leuchtturm auf den Sandbänken des gleichnamigen Inlets. Der Standort markierte eine gefährliche Untiefe, die Schiffe im Bürgerkrieg mehrfach zum Verhängnis wurde. Das Leuchtfeuer wurde nach dem Krieg nicht mehr errichtet; stattdessen übernahm der Cape Hatteras Lighthouse diese Aufgabe. Die Geschichte des Standorts ist im Hatteras Island Visitors Center dokumentiert.

9. Portsmouth Island Range Lights (historisch), Portsmouth Village

Das verlassene Portsmouth Village auf der gleichnamigen Insel nördlich von Core Banks war einst ein wichtiger Versorgungsort für die Outer Banks. Hier standen im 19. Jahrhundert mehrere kleine Leuchtfeuer und Richtzeichen, die den Verkehr durch Ocracoke und Portsmouth Inlet leiteten. Das Dorf ist heute Teil des Cape Lookout National Seashore und ohne Bewohner; Gebäude und Stegen aus dem 19. Jahrhundert sind gut erhalten. Ein Besuch ist nur per Fähre möglich und gibt einen einzigartigen Einblick in das Leben an der Küste vor der Automatisierung.

10. Diamond Shoals Light (ehemaliges Feuerschiff), Cape Hatteras

Diamond Shoals vor Cape Hatteras galt als die gefährlichste Sandbank der gesamten Ostküste. Ein stationäres Leuchtschiff wurde ab 1824 hier eingesetzt, um die Sandbank zu markieren — eines der frühesten und am längsten betriebenen Feuerschiffe der USA. Der Standort wurde mehrfach von Stürmen heimgesucht; das Feuerschiff Diamond Shoals IV sank 1918 nach einem deutschen U-Boot-Angriff. Heute markiert eine automatisierte Lichtboje die Shoals. Die Geschichte des Feuerschiffs ist Teil der maritimen Geschichte Cape Hatteras' und im Museum des Cape Hatteras National Seashore ausführlich dokumentiert.

Praktische Hinweise für Besucher

Die Outer Banks sind über den US Highway 64 und die Fähre von Swan Quarter oder Cedar Island erreichbar. Cape Hatteras, Bodie Island und Currituck sind während der Saison von April bis Oktober zugänglich und können bestiegen werden; die Tickets sind begrenzt und sollten im Voraus über das National Park Service-System gebucht werden. Cape Lookout ist ausschließlich per Fähre erreichbar; mehrere Fähranbieter von Harkers Island und Beaufort bieten Überfahrten an. Die beste Reisezeit sind Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen angenehm und die Menschenmassen geringer sind. Eine vollständige Übersicht aller Leuchttürme der Region findet sich auf der Karte.