Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Schweden
Schweden besitzt eine Küstenlinie von über 3.200 Kilometern – von den Kattegat-Einfahrten im Südwesten bis zu den Schären der Ostsee und dem Bottnischen Meerbusen im Norden. Diese Küste ist durchzogen von Zehntausenden von Inseln, Klippen und flachen Untiefen, die ohne Seezeichen für die Schifffahrt undurchdringlich wären. Die systematische Befeuerung der schwedischen Küste begann im 18. Jahrhundert unter staatlicher Aufsicht; Sjöfartsverket, die schwedische Schifffahrtsbehörde, verwaltet heute noch über einhundert aktive Seezeichen. Viele der historischen Leuchttürme wurden inzwischen in Ferienhäuser, Museen oder Restaurants umgewandelt; Schweden ist eines der wenigen Länder, in denen man tatsächlich im Leuchtturm übernachten kann. Die Kombination aus Granit-Schärenklippen, Kiefernwäldern und der charakteristischen Lichtstimmung der schwedischen Sommer macht Leuchtturmbesuche zu einem besonderen Erlebnis.
1. Långe Jan, Öland
Långe Jan – auf Deutsch 'Langer Johann' – ist der höchste Leuchtturm Schwedens. Er steht am südlichsten Zipfel der Insel Öland, einer Kalksteinplatte in der Ostsee vor der Küste von Småland. Der Turm wurde 1785 errichtet und 1871 auf seine heutige Höhe von 42 Metern aufgestockt. Das Feuer Fl(4) W 30s ist auf 27 Seemeilen sichtbar und markiert die gefährliche Einfahrt zwischen dem Festland und dem Kalksteinriff von Ottenby. Ölands südliche Spitze ist ein bedeutendes Vogelzuggebiet; im Frühling und Herbst zählen Ornithologen hier Hunderttausende von Zugvögeln. Der Turm ist im Sommer täglich geöffnet; die Aussicht von der Galerie reicht bis zur dänischen Küste.
2. Långe Erik, Öland
Am Nordkap Ölands steht Långe Erik, der Gegenpart zu Långe Jan. Der 32 Meter hohe Turm wurde 1845 erbaut und kennzeichnet das nördliche Kap der Insel sowie die Einfahrt in das flache Farjestaden-Fahrwasser. Das Feuer Fl(3) W 12s ist auf 21 Seemeilen sichtbar. Langfristig bilden die beiden 'Langen' Nordkap und Südkap einen natürlichen nautischen Rahmen für die Insel. Långe Erik liegt im Naturreservat Trollskogen; ein Fußweg durch den verwunschenen Kiefernwald führt direkt zum Turm.
3. Pater Noster Lighthouse, Hamneskär (Bohuslän)
Pater Noster ist einer der bekanntesten und bestgelegensten Leuchttürme Schwedens. Er steht auf dem Felsen Hamneskär im Kattegat vor der Bohuslän-Küste und wurde 1868 nach Plänen von Carl Curman erbaut. Der rote Granitturm ist 33 Meter hoch; das Feuer Fl(3) W 15s ist auf 24 Seemeilen sichtbar und markiert den gefährlichen Schärenvorraum zum Göteborg-Eingang. Berühmt ist Pater Noster für seine Umwandlung in ein Leuchtturm-Hotel: Seit 2019 können Gäste in den restaurierten Wärterhäusern übernachten und die Insel im Kattegat erleben. Anreise per Boot von Marstrand oder Rönnäng; Linienbootverbindungen in der Saison.
4. Vinga Lighthouse, Vinga (Göteborg-Schären)
Vinga liegt auf einer kleinen Felseninsel am Eingang des Göteborg-Archipels. Der heutige Turm, ein schlanker roter Backsteinbau von 31 Metern, wurde 1890 errichtet und markiert die westliche Zufahrt zum Hafen Göteborg, dem größten Hafen Skandinaviens. Das Feuer Fl W 3s ist auf 17 Seemeilen sichtbar. Vinga ist bekannt als Geburtsort des schwedischen Volksliedsängers Evert Taube, der hier seine Kindheit verbrachte; ein kleines Museum im Wärterhaus erinnert an ihn. Linienboote von Göteborg fahren in der Saison täglich nach Vinga; der Turm ist nicht besteigbar.
5. Holmögadd Lighthouse, Bottenwiek
Der Leuchtturm Holmögadd steht auf dem nördlichsten Zipfel der Insel Holmön im Bottnischen Meerbusen, unweit der finnischen Grenze. Dieser Abschnitt des Bottnischen Meerbusens friert im Winter zu; der Turm muss Eisgang und Packeis standhalten. Der Turm wurde 1872 errichtet und ist 26 Meter hoch; das Feuer Fl(4) W 12s ist auf 18 Seemeilen sichtbar. Holmön ist autofrei und wird mit dem Schifffähre von Holmsund erreicht; der Naturpark der Insel mit seinen Sandstranddünen ist ein naturkundliches Kleinod.
6. Blockhusudden Lighthouse, Djurgården, Stockholm
Der Leuchtturm Blockhusudden am östlichen Kap von Djurgården ist einer der wenigen Leuchttürme Schwedens, die sich innerhalb einer Großstadtgrenze befinden. Der runde graue Steinturm von 1869 ist 20 Meter hoch; das Feuer markiert die Einfahrt in den Hafen Stockholm. Das Kap Blockhusudden liegt im Nationalstadtpark Ekoparken und ist von Stockholms Zentrum in 20 Minuten mit der Tram erreichbar. Der Leuchtturm ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber der Küstenweg rund um Djurgårdens Ostkap ist ein beliebter Spaziergang.
7. Duseudde Lighthouse, Bornholm (vergleichbar: Sandhammaren, Südschweden)
Der Leuchtturm Sandhammaren im äußersten Südosten Schwedens, auf der flachen Sandbank von Skåne, wurde 1863 errichtet und ist 47 Meter hoch. Das Feuer Fl W 5s ist auf 27 Seemeilen sichtbar. Sandhammaren markiert das südöstlichste Kap Schwedens und die tückische Sandbank, auf der zahlreiche Schiffe in den Jahrhunderten gestrandet sind – der Sandstrand hinter dem Turm ist buchstäblich aus den Überresten dieser Wracks entstanden. Ein Naturreservat umgibt den Turm; die flachen Dünen sind ein Paradies für Wanderer und Ornithologen.
8. Naven Lighthouse, Naven (Schären bei Härnösand)
Dieser Leuchtturm in der mittleren schwedischen Bottenwiek ist ein typisches Beispiel der schlichten, aber robusten schwedischen Schärenleuchtturm-Architektur. Der weiße Steinturm aus dem späten 19. Jahrhundert ist 21 Meter hoch; sein Feuer markiert den Schärenkanal zwischen den Inseln bei Härnösand. Die Holmöarna-Schären in diesem Abschnitt sind ein Kajakrevier; der Turm kann per Kajak oder Boot von Härnösand aus in wenigen Stunden erreicht werden.
9. Stora Gåsholmen Lighthouse, Hälsingland
Stora Gåsholmen liegt auf einer kleinen Felseninsel vor der Küste von Hälsingland im mittleren Schweden. Der 1894 errichtete Turm ist 18 Meter hoch; er kennzeichnet das Fahrwasser für Schiffe, die die Bottenwiek hoch- und runterfahren. Die Umgebung von Söderhamn mit ihren inneren und äußeren Schärengürteln ist ein beliebtes Ziel für Segler; der Turm ist per Charterboot von Söderhamn erreichbar.
10. Kosterfjord-Fajer (Leuchtturm Sydkoster), Bohuslän
Die Koster-Inseln im äußersten Nordwesten Bohusläns bilden das erste Meeresschutzgebiet Schwedens. Der Leuchtturm auf der südlichen Koster-Insel wurde im 19. Jahrhundert errichtet und kennzeichnet den tiefen Kosterfjord – eines der wenigen Fjorde auf der schwedischen Seite des Kattegats. Das Feuer warnt vor den Untiefen am Eingang des Fjords. Die Koster-Inseln sind autofrei; Fähren von Strömstad bringen Besucher in 45 Minuten auf die Inseln. Der Naturpark bietet Seehund-Safaris, Kajaktouren und ein reiches Unterwasserleben.
Schweden bietet Leuchtturmreisenden die Möglichkeit, Seezeichen auf Inseln und in Naturparks zu erleben, die sonst kaum bekannt sind. Viele Türme lassen sich mit der Fähre oder per Kajak erreichen. Die Saison läuft von Mai bis September; im Hochsommer genießt man lange Sommernächte mit weichem Licht. Karte öffnen, um alle schwedischen Leuchttürme auf der interaktiven Karte zu entdecken.