Die 10 schönsten Leuchttürme Cornwalls
Cornwall ist eine der leuchtturmreichsten Landschaften Europas. Die halbinselartige Lage zwischen dem Ärmelkanal und dem Atlantik, gesäumt von Granit- und Schieferklippen, mit vorgelagerten Riffen wie dem Wolf Rock, Bishop Rock und dem Longships-Riff, hat Generationen von Seefahrern das Leben gekostet und Generationen von Ingenieuren vor extreme Herausforderungen gestellt. Trinity House, die englische Leuchtfeuer- und Seezeichenbehörde, unterhält hier einige der bedeutendsten Leuchttürme der Welt – darunter solche, die zu den technischen Meisterleistungen des 19. Jahrhunderts zählen. Von der Landzunge des Lizard bis zur Atlantikwacht des Bishop Rock spiegeln Cornwalls Leuchttürme Jahrhunderte maritimer Geschichte wider. Öffnen Sie die Karte, um alle kartierten Leuchttürme der Region zu sehen.
1. Bishop Rock Lighthouse, Scilly-Inseln
Bishop Rock, das westlichste Leuchtfeuer des Vereinigten Königreichs, steht auf einem winzigen Granitfelsen knapp westlich der Scilly-Inseln. Der erste Turm brach 1850 noch vor seiner Inbetriebnahme zusammen; ein Nachfolger aus Granit, errichtet von James Walker und dem Elder-Brethren-Ingenieur Nicholas Douglass, wurde 1858 angezündet und zwischen 1882 und 1887 auf seine heutige Höhe von 44 Metern erhöht. Das Blitzfeuer Fl(2) 15s hat eine Reichweite von 24 Seemeilen. Automatisiert seit 1992, bewacht er eine der gefährlichsten Passagen Europas. Eine Besichtigung ist nur von See aus möglich – Bootsfahrten von St. Mary's bieten Annäherungen in sicherer Entfernung.
2. Longships Lighthouse, Land's End
Der Longships-Leuchtturm steht auf dem Carn Bras-Felsen, einem der Longships-Riffe unmittelbar westlich von Land's End, dem südwestlichsten Festlandpunkt Englands. Ein erster Turm von Samuel Wyatt entstand hier 1795; der heutige Granitturm, 35 Meter hoch, wurde 1873 von James Douglass erbaut und ersetzte das ursprüngliche Bauwerk. Das Feuer Iso WR 10s zeigt unterschiedliche Sektoren für sicheres Fahrwasser und Gefahrenzonen; die Reichweite beträgt 18 Seemeilen. Der Turm ist seit 1988 automatisiert. Von der Küste bei Land's End lässt er sich gut sehen; Bootsrundfahrten von Sennen Cove bringen Besucher auf Sichtweite heran.
3. Lizard Lighthouse, Lizard Point
Der Lizard Point – der südlichste Punkt des britischen Festlandes – trägt seit 1752 ein Leuchtfeuer. Der heutige weiße Leuchtturmkomplex, mit zwei charakteristischen runden Türmen, wurde 1903 umgebaut und elektrisch betrieben. Das Feuer Fl 3s erreicht mit 26 Seemeilen eine der größten Reichweiten an dieser Küste und ist für Schiffe, die von der Biskaya oder aus westlichen Atlantikrouten Kurs auf den Ärmelkanal nehmen, das erste Licht. Die Anlage wird von Trinity House unterhalten und ist an ausgewählten Tagen für Besucher geöffnet; das Besucherzentrum des Lizard Lighthouse Heritage Centre gibt detaillierte Einblicke in die Geschichte des Feuers.
4. Godrevy Lighthouse, St. Ives Bay
Godrevy ist vielleicht der literarisch bekannteste Leuchtturm Britanniens: Virginia Woolf wuchs in Sichtweite des Lichts auf und verarbeitete es in ihrem Roman 'Zum Leuchtturm'. Das weiß-schwarze Bauwerk steht auf der kleinen Insel Godrevy Island in der St. Ives Bay und wurde 1859 von Trinity House nach einem schweren Schiffbruch errichtet. Der achteckige Granit turm ist 26 Meter hoch und sendet ein Blinkfeuer Iso WR 10s mit einer Reichweite von 12 Seemeilen aus. Automatisiert und nicht zugänglich für Besucher, ist er vom Nationalpark-Strand bei Godrevy Point hervorragend zu sehen. Küstenspaziergang und Fotografie zur Blaustunde machen das Kap zu einem beliebten Ziel.
5. Wolf Rock Lighthouse, vor Land's End
Wolf Rock liegt etwa 14 Kilometer südwestlich von Land's End auf einem einzelnen, sturmgepeitschten Felsblock. Seinen Namen soll das Riff dem schauerlichen Heulen verdanken, das der Wind in einer natürlichen Höhlung erzeugte – die früheste Form einer Nebelsignalanlage, wenn man so will. Ein erster Steinturm entstand hier 1795; der heutige, 41 Meter hohe Granit turm wurde 1870 von James Douglass erbaut und gilt als Vorbild für viele spätere Felsentürme. Das Feuer Fl 15s hat eine Reichweite von 23 Seemeilen. Wolf Rock war 1988 eines der ersten Wellenfelsen-Leuchttürme Englands, die automatisiert wurden. Von der Küste ist er an klaren Tagen als weißer Strich am Horizont sichtbar.
6. Trevose Head Lighthouse, Padstow
Trevose Head überragt das nördliche Cornwall und markiert den Eingang zum Bristol-Kanal. Der weiße Rundturm, 1847 von Trinity House erbaut und 27 Meter hoch, steht auf einem Granitvorsprung mit freier Sicht weit über den Atlantik. Das Blitzfeuer Fl(2) WR 7.5s hat eine Reichweite von 21 Seemeilen im Weißsektor. Früher mit Foghorn ausgestattet, ist das Leuchtfeuer heute vollautomatisch. Der Leuchtturmkomplex – Wächterhaus und Nebengebäude – ist als Ferienunterkunft bei Trinity House Cottages buchbar; der Weg entlang des South West Coast Path am Kap ist spektakulär.
7. St. Anthony's Head Lighthouse, Falmouth
Am Eingang zum Hafen von Falmouth, einem der tiefsten Naturhäfen Europas, steht der St. Anthony's Head Lighthouse seit 1834. Der kompakte weiße Turm ist 19 Meter hoch und führt mit seinem Sektorenfeuer Iso WRG 15s Schiffe sicher durch die Zufahrtsrinne in den Hafen, bei dem Dunkelsektor die Manacles-Riffe östlich des Eingangs schützt. Das Gelände gehört zum National Trust; der Leuchtturm selbst ist von Trinity House als Ferienwohnung vermietbar. Der Küstenabschnitt um Pendennis und St. Mawes ist einer der schönsten des südlichen Cornwall und einfach zu Fuß oder per Fähre von Falmouth aus zu erreichen.
8. Pendeen Lighthouse, Cape Cornwall
Pendeen Watch, wie das Kap westlich von St. Just heißt, trägt seit 1900 seinen Leuchtturm. Das Bauwerk – ein weißer Zylinderturm mit roten Horizontalstreifen, 17 Meter hoch – wurde errichtet, nachdem anhaltende Schiffbrüche auf den Brettschneider-Riffen die Notwendigkeit eines weiteren Lichts zwischen Trevose Head und Land's End bewiesen. Das Blitzfeuer Fl(4) 15s hat eine Reichweite von 16 Seemeilen. Pendeen ist heute automatisiert; die dazugehörigen Cottages sind durch Trinity House zur Vermietung freigegeben. Der Weg vom Dorf Pendeen zur Landspitze ist kurz und bietet grandiose Blicke auf den Atlantik.
9. St. Agnes Lighthouse, Scilly-Inseln
Auf der südlichsten Insel der Scilly-Inseln, St. Agnes, steht einer der ältesten Leuchttürme Englands. Der achteckige Granitturm wurde 1680 errichtet – nur 15 Jahre nach dem Eddystone-Turm – und diente mit einem Kohlenfeuer in der offenen Laterne. Der kompakte, neun Meter hohe Turm ist seit 1911 außer Dienst; seine Navigation-aufgabe hat Beachy Head-ähnliche Installationen auf den nahegelegenen Inseln übernommen. Der alte Turm steht frei zugänglich mitten auf der Insel und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Besucher der Scilly-Inseln, die mit der Fähre von Penzance oder per Hubschrauber erreichbar sind.
10. Eddystone Lighthouse (historisch), Plymouth Sound
Obwohl der heutige Eddystone-Leuchtturm streng genommen in Devon liegt, ist er untrennbar mit Cornwalls Seefahrtsgeschichte verbunden: Der Riff liegt an der Grenze beider Grafschaften auf einem der gefährlichsten Felsblöcke des Ärmelkanals. Der erste Holzturm von Henry Winstanley wurde 1698 erbaut und 1703 im 'Großen Sturm' fortgespült. Es folgten John Rudyerds Holzkonstruktion (1709) und John Smeatons bahnbrechender Granitkegel (1759) – letzterer gilt als Mutter aller Wellenfelsen-Leuchttürme. Smeatons Turm wurde 1884 auf den Hoe in Plymouth transloziert und ist dort zu besichtigen. Der aktuelle Douglass-Turm von 1882 (49 Meter, Fl(2) 10s, Reichweite 22 Seemeilen) steht noch immer auf dem Riff.
Praktische Hinweise
Cornwall ist ganzjährig erreichbar; die Leuchtturmküste ist jedoch am eindrucksvollsten zwischen September und März, wenn Herbststürme die Wellen dramatisch gegen die Riffe peitschen. Lizard und Trevose Head haben öffentlich zugängliche Besucherzentren; Trinity House vermietet mehrere Leuchtturm-Cottages für Übernachtungen. Für die Außenleuchttürme wie Bishop Rock und Wolf Rock empfehlen sich Bootsfahrten ab St. Mary's (Scilly) beziehungsweise Sennen Cove oder Penzance. Erkunden Sie alle Leuchttürme Cornwalls auf der interaktiven Karte.