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Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme in Schottland

Schottlands Küste zählt zu den gefährlichsten Seeschifffahrtsgebieten der Welt. Zerrissene Felsklippen, versteckte Riffe, rasende Gezeitenströmungen und eine Witterung, die sich in Minuten von friedlich zu tödlich wandeln kann, haben seit Jahrhunderten Schiffe verschluckt. Das schottische Leuchtturmsystem wurde im Wesentlichen von einer einzigen Familie erschaffen: den Stevensons, vier Generationen von Ingenieuren, die zwischen 1790 und 1940 über neunzig Türme entlang der schottischen Küste und Inseln errichteten. Ihr Werk, von Robert Stevenson über seinen Sohn Alan bis zu Thomas und David, ist ein Monument bürgerlichen Ingenieursgeistes – und der Großvater und Vorbild für Robert Louis Stevenson, der das Familienerbe zu Literatur verwandelte. Die Northern Lighthouse Board, gegründet 1786, verwaltet das schottische Leuchtturmsystem bis heute.

1. Bell Rock Lighthouse, Nordsee (Angus)

Der Bell Rock Leuchtturm steht auf einem Felsenriff elf Kilometer vor der Küste von Angus, das bei Hochwasser vollständig unter der Nordsee verschwindet. Sein Bau zwischen 1807 und 1811 unter der Leitung von Robert Stevenson, assistiert von John Rennie, gilt als eine der größten ingenieurstechnischen Leistungen des 19. Jahrhunderts. Der konische Granitturm ist 35 Meter hoch; Stein für Stein wurde bei Niedrigwasser in die Felsenfundamente eingepasst. Das Blinkfeuer Fl(2) W 12s ist auf 35 Seemeilen sichtbar. Der Bell Rock ist vollständig automatisiert, seit 1988, und steht unter strengem Schutz – der Turm ist nicht betretbar, aber Ausflüge in Sichtweite sind von Arbroath aus buchbar.

2. Skerryvore Lighthouse, Tiree

Skerryvore, 19 Kilometer südwestlich von Tiree, ist ein nackter Gneisfels, kaum größer als ein Fußballplatz bei Ebbe. Alan Stevenson begann 1838 mit dem Bau; unter entsetzlich schwierigen Bedingungen – Stürme zerstörten das erste Arbeitslager 1838 vollständig – entstand bis 1844 ein 48 Meter hoher schlanker Granitturm, der viele Ingenieure als den schönsten der Welt betrachten. Das Feuer Fl W 10s strahlt 26 Seemeilen weit. Robert Louis Stevenson nannte ihn 'den schönsten aller Steine'. Skerryvore ist automatisiert und nicht zugänglich; ein kleines Museum in Hynish auf Tiree dokumentiert den Bau.

3. Muckle Flugga Lighthouse, Unst (Shetland)

Muckle Flugga steht auf einem Granitfels am nördlichsten Punkt der Britischen Inseln, knapp zwei Kilometer nördlich der Insel Unst. Der Turm, 1858 nach Plänen von Thomas und David Stevenson fertiggestellt, ist 20 Meter hoch und thront 66 Meter über dem Meeresspiegel – eine Feuerhöhe, die es dem Zeichen Fl(2) W 20s erlaubt, über 22 Seemeilen gesehen zu werden. Der Zugang war so gefährlich, dass Versorgungslieferungen jahrhundertelang die Grenze des Machbaren darstellten. Automatisiert 1995; eine Fähre nach Unst und ein Spaziergang zum Nordkap von Hermaness bieten spektakuläre Ausblicke.

4. Ardnamurchan Lighthouse, Ardnamurchan-Halbinsel

Das Ardnamurchan-Kap ist der westlichste Punkt des britischen Festlands. Der Leuchtturm wurde 1849 von Alan Stevenson in einem ägyptisch inspirierten Stil errichtet – der breit ausladende Schaft und die Granitsockel erinnern an Pharaonensäulen, was für schottische Türme dieser Ära ungewöhnlich ist. Der Turm ist 35 Meter hoch, die Feuerhöhe beträgt 55 Meter. Das Zeichen Fl(2) W 20s ist auf 24 Seemeilen sichtbar. Ardnamurchan ist aktiv und öffentlich zugänglich; das Besucherzentrum im Maschinenhaus ist täglich in der Saison geöffnet. Die Fahrt zur Halbinsel über schmale Einspurstraßen ist selbst schon ein Erlebnis.

5. Neist Point Lighthouse, Skye

Der Leuchtturm am Neist Point ist der westlichste Punkt der Insel Skye und einer der meistfotografierten Leuchttürme Schottlands. Der weiße quadratische Turm wurde 1909 von David Alan Stevenson entworfen und ist 19 Meter hoch. Das Feuer Fl(2) W 5s ist auf 16 Seemeilen sichtbar. Die Zufahrtsstraße endet an einem Parkplatz; von dort führt ein 20-minütiger Fußweg steil hinunter zum Klippenkopf. Das Gelände ist jederzeit zugänglich; der Turm selbst ist nicht zu betreten, doch die Aussicht auf das Atlantikmeer mit dem Horizont der Hebriden ist unübertrefflich.

6. Dunnet Head Lighthouse, Caithness

Dunnet Head ist das nördlichste Festlandkap Großbritanniens – weiter nördlich als John o'Groats, ein Missverständnis, das hartnäckig hält. Der Leuchtturm wurde 1831 von Robert Stevenson errichtet und ist 20 Meter hoch; die Feuerhöhe von 105 Metern über dem Meer macht das Zeichen Fl(4) W 30s auf 23 Seemeilen sichtbar. Der Turm kennzeichnet den östlichen Eingang zum Pentland Firth, einer der stärksten und tückischsten Gezeitenströmungen der Welt. Aktiv und automatisiert; eine Straße führt bis zum Parkplatz, von dem ein kurzer Weg zum Turm führt. Im Sommer nisten hier Tausende von Tordalken und Papageientauchern.

7. Cape Wrath Lighthouse, Sutherland

Das Kap Wrath ist der nordwestlichste Punkt des britischen Festlands – ein 200 Meter hohes Kliffmassiv, das der Atlantiksee schutzlos ausgesetzt ist. Der Leuchtturm wurde 1828 von Robert Stevenson erbaut; der weiße Turm ist 20 Meter hoch, die Feuerhöhe beträgt 122 Meter über dem Meer. Das Blinkfeuer Fl(4) W 30s ist auf 22 Seemeilen sichtbar. Die Zufahrt ist außergewöhnlich: Kein regulärer Straßenverkehr führt zum Kap; Besucher nehmen eine Fähre über den Kyle of Durness und dann einen Minibus über eine unbefestigte Militärstraße. Aktiv; das Kap wird zeitweise als Bombenübungsplatz der britischen Streitkräfte genutzt – Sperrungen sind möglich.

8. Eilean Glas Lighthouse, Scalpay (Äußere Hebriden)

Eilean Glas auf der Insel Scalpay war der erste Leuchtturm der Äußeren Hebriden, errichtet 1789 auf Betreiben des britischen Parlaments. Der heutige weiße Turm mit rotem Band stammt von Robert Stevenson (1824) und ist 24 Meter hoch. Das Feuer Fl(3) W 20s ist auf 23 Seemeilen sichtbar. Die Hebriden-Überfahrt von Uig auf Skye und eine kurze Fahrt über die Scalpay-Brücke machen den Turm gut erreichbar; das Maschinenhaus ist nicht öffentlich zugänglich.

9. Butt of Lewis Lighthouse, Lewis

Der Leuchtturm am Butt of Lewis kennzeichnet das nördlichste Ende der Insel Lewis und den Übergang zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Nordmeer. Der Turm wurde 1862 von David und Thomas Stevenson errichtet, ist 37 Meter hoch und steht auf einem 52 Meter hohen Kliff. Das Feuer Fl W 5s ist auf 25 Seemeilen sichtbar. Die Westküste von Lewis gehört zu den sturmreichsten Gebieten Europas; Wellenhöhen von 15 Metern und mehr sind im Winter keine Seltenheit. Automatisiert 1998; eine Küstenstraße führt bis zu einem kurzen Fußweg am Kliffrand.

10. Flannan Isles Lighthouse, Äußere Hebriden

Der Leuchtturm auf den Flannan Isles ist vor allem wegen eines der rätselhaftesten Verschwindens der Leuchtturmgeschichte berühmt. Am 26. Dezember 1900 trafen Versorgungsleute die drei Wächter James Ducat, Thomas Marshall und Donald MacArthur vermisst an – das Feuer erloschen, die Mahlzeiten unangetastet. Ihre Verschwinden wurde nie erklärt. Der Turm wurde 1899 von David Alan Stevenson erbaut, ist 23 Meter hoch und sendet das Feuer Fl(2) W 30s auf 20 Seemeilen aus. Heute vollständig automatisiert; Charterboote von Stornoway bieten in ruhigen Sommern Ausflüge an.


Schottlands Leuchttürme erfordern oft erhebliche Reisebereitschaft, belohnen diese aber mit Landschaften von atemberaubender Schönheit. Viele Türme liegen auf Inseln oder abgelegenen Kaps, die nur mit Fähre, Minibus oder zu Fuß erreichbar sind. Die Northern Lighthouse Board bietet auf ihrer Website aktuelle Informationen zu Besuchsmöglichkeiten. Die beste Reisezeit ist Juni bis September; die Tage sind lang, und das Wetter ist – zumindest gelegentlich – mild. Karte öffnen, um alle schottischen Leuchttürme auf der interaktiven Karte zu erkunden.