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Die 10 schönsten Leuchttürme auf den Kanalinseln

Die Kanalinseln — Jersey, Guernsey, Alderney, Sark und die kleineren Inseln — liegen in der Bucht des Ärmelkanals, nahe der normannischen Küste Frankreichs, obwohl sie britische Kronbesitzungen sind und nie Teil des Vereinigten Königreichs waren. Die Gewässer um die Inseln gehören zu den gefährlichsten Europas: extreme Gezeiten (der zweithöchste Tidenhub der Welt mit bis zu 12 Metern auf Jersey), reißende Strömungen, dichte Felsformationen unter und über Wasser, häufiger Nebel und zahllose Riffe machen die Navigation ohne sorgfältige Planung lebensbedrohlich. Gleichzeitig lagen die Kanalinseln immer im Zentrum des Handels zwischen England und Frankreich; ihre Häfen sind seit dem Mittelalter frequentiert. Trinity House, die englische Leuchtturmbehörde, hat hier einige ihrer technisch ambitioniertesten Türme gebaut; das Resultat ist eine Dichte an historisch bedeutsamen Leuchttürmen, die kaum zu überbieten ist.

2. Corbière Leuchtturm, Jersey

Der Leuchtturm Corbière steht auf einem Felsenislet am Südwestkap Jerseys, der bei Flut vom Festland der Insel getrennt wird. Er wurde 1874 fertiggestellt — als erster Leuchtturm der britischen Inseln, der aus Beton gegossen wurde, ein Novum in der Bautechnik des 19. Jahrhunderts — und war ein Werk des Ingenieurs Isaac Symes im Auftrag von Trinity House. Der weiße Turm misst 18,6 Meter, steht aber auf einem Fels, der 36 Meter über dem Meeresspiegel liegt, was die Gesamthöhe des Feuers auf 54 Meter erhöht. Das weiße und rote Sektorfeuer hat eine Tragweite von 18 Seemeilen; der rote Sektor deckt die gefährlichen Basse Vingt-Quatre Riffe ab. Ein Warnton ertönt bei Flut, wenn das Verbindungswerk zwischen Insel und Fels überspült wird. Corbière ist Jerseys bekanntestes Postkartenmotiv; bei Sonnenuntergang versammeln sich regelmäßig Dutzende Besucher auf dem Damm.

2. Hanois Leuchtturm, Guernsey

Der Leuchtturm Hanois steht auf einem exponierten Felsriff etwa 5 Kilometer westlich von Guernsey — einem Offshore-Standort im offenen Kanal, bekannt für Stürme und Riffe. Er wurde 1862 von Trinity House errichtet; Ingenieur Nicholas Douglass, Vater des berühmten James Douglass, leitete den Bau. Der zylindrische Granitturm misst 33 Meter. Das weiße und rote Drehfeuer hat eine Tragweite von 20 Seemeilen; der Turm markiert die Hanois-Riffe, an denen bereits Dutzende Schiffe gesunken sind. Der Name leitet sich von den Ronseval-Felsen ('Les Hanois') ab. Heute ist Hanois vollständig automatisiert; Trinity House unterhielt dort bis 1996 ein Wärterpaar. Das Feuer ist von der Westküste Guernseys deutlich sichtbar.

3. Casquets Leuchtturm, Alderney-Passage

Die Casquets sind eine Gruppe aus drei Felsislets mitten in der Alderney Passage — einem der stürmischsten und strömungsreichsten Seegebiete Europas. Hier gingen Schiffe unter, von der englischen Kriegsmarine (1744 verlor ein Geschwader von Kriegsschiffen hier 2.000 Mann) bis zu modernen Frachtern. Der erste Leuchtturm auf den Casquets wurde 1724 errichtet — einer der frühesten Offshore-Türme Englands — und seitdem viermal erneuert. Der heutige Turm aus dem Jahr 1877 misst 23 Meter; das weiße Drehfeuer hat eine Tragweite von 24 Seemeilen. Die Insel gehört zu den ornithologisch bedeutendsten Brutplätzen im Kanal (Sturmtaucher, Basstölpel); Trinity House betreibt den Turm ohne ständige Besatzung.

4. Quesnard Leuchtturm (Alderney), Alderney

Der Leuchtturm Quesnard steht am Nordostkap der kleinen Insel Alderney, der nördlichsten der bewohnten Kanalinseln. Er wurde 1912 errichtet und ist mit 37 Metern der höchste Leuchtturm der Kanalinseln. Das weiße Drehfeuer zeigt weiße und rote Sektoren mit einer Tragweite von 23 Seemeilen im weißen Sektor; er markiert das Kap für Schiffe, die die Alderney Race — einen der stärksten Gezeitenströme Europas, der mit bis zu 9 Knoten rast — passieren. Alderney ist das authentischste und am wenigsten touristisch entwickelte der bewohnten Kanalinseln; der Leuchtturm ist von Braye Harbour aus per Fahrrad bequem erreichbar.

5. Noirmont Point Leuchtturm, Jersey

Das Kap Noirmont an der Südwestküste Jerseys ist für seine dramatische Lage auf schwarzen Granitklippen und für die deutschen Bunker bekannt, die während der Besatzungszeit 1940–1945 den Hügel durchziehen. Der Leuchtturm dort ist ein schlichter weißer Turm, ergänzt durch ein Nebelhorn; das Feuer zeigt ein weiß-rotes Sektorfeuer mit einer Tragweite von 12 Seemeilen und sichert den Schiffsverkehr vor der Klippe. Das Kap ist ein Parkspaziergang von St. Aubin aus; der Panoramablick über die St.-Aubin-Bucht und Richtung Corbière ist außerordentlich. Die deutschen Bunkeranlagen sind als Museum zugänglich.

6. Point Robert Leuchtturm, Sark

Auf der autofreien Insel Sark, der kleinsten der bewohnten Kanalinseln, steht der Leuchtturm Point Robert am steilen Ostkliff, auf einem Felsvorsprung weit unterhalb des Plateaus. Er wurde 1913 errichtet und ist besonders ungewöhnlich zugänglich: Ein Aufzugsschacht in der Klippe verbindet den Leuchtturm mit dem Oberdeck — das einzige Mal, dass Trinity House für den Wärtertransport einen Aufzug baute. Der weiße Turm misst 20 Meter; das weiße und rote Sektorfeuer hat eine Tragweite von 20 Seemeilen. Sark hat keine Motorfahrzeuge; der Weg zum Leuchtturm ist nur zu Fuß oder per Fahrrad möglich — ein Abenteuer auf dem unbefestigten Kliffpfad.

7. La Corbette Beacon, Guernsey

Im Untiefen-Labyrinth östlich von Guernsey — dem 'Little Russell' und 'Great Russell' — stehen eine Reihe historischer Leuchttonnen und Steinbaken, die bereits im 18. Jahrhundert errichtet wurden, um Schiffe durch die engen Passagen zwischen Guernsey, Herm und Sark zu leiten. Die Bake La Corbette ist ein frühes Beispiel; ihre verwitterte Granitstruktur steht auf einem Felsriff als eines der ältesten erhaltenen Seezeichen der Kanalinseln. Das Ost-Guernsey-Farwasser ist heute mit einer Kombination aus aktiven Leuchttonnen und historischen Baken besät.

8. Les Ecréhous Seezeichen, Jersey

Die Ecréhous sind eine Gruppe von Riffen und winzigen Islets nordöstlich von Jersey — technisch zu Jersey gehörend, obwohl näher an der normannischen Küste. Während der Gezeitenzeiten können Touristen auf die Islets übersetzen; ein kleines Leuchtfeuer auf dem höchsten Felsen markiert die Gruppe für vorbeifahrende Schiffe. Die Ecréhous waren Gegenstand eines internationalen Grenzstreits zwischen dem Vereinigten Königreich und Frankreich, der 1953 vom Internationalen Gerichtshof zugunsten Jerseys entschieden wurde. Das Gebiet ist ein bevorzugter Tauchplatz und Vogelbeobachtungspunkt.

9. Platte Fougère Leuchtturm, Guernsey

Der Leuchtturm Platte Fougère steht auf einem kleinen Fels im Norden Guernseys, nördlich von L'Ancresse Bay. Er wurde 1909 errichtet — ein ungewöhnlich schmaler und eleganter weißer Turm, 18 Meter hoch, aus Granit gefügt — und markiert das nördliche Riff für Schiffe, die in den Hafen St. Peter Port einlaufen. Das weiße und rote Sektorfeuer hat eine Tragweite von 16 Seemeilen. Der Turm ist von der Küstenstraße nördlich des Flughafens aus sichtbar; per Boot ist er auf einem Küstensegeltörn zu erreichen.

10. St. Catherine's Breakwater Leuchtturm, Jersey

Am Ende des langen viktorianischen Wellenbrechermole St. Catherine, an der Nordostküste Jerseys, steht ein kleiner Leuchtturm, der die Einfahrt in die geschützte Bucht dahinter markiert. Die Mole wurde 1847–1855 im Rahmen eines Versuchs errichtet, auf Jersey einen Kriegsmarine-Hafen für die britische Flotte zu schaffen — ein Projekt, das zur Hälfte abgebrochen wurde. Der einsam stehende Wellenbrechenkopf-Leuchtturm ist das sichtbarste Überbleibsel dieses unvollendeten Projekts. Das Feuer zeigt ein grünes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 10 Seemeilen. Ein Spaziergang auf der langen Mole — besonders bei stürmischem Wetter — gehört zu den lohnendsten Erlebnissen des ruhigeren Nordens Jerseys.

Praktische Hinweise

Die Kanalinseln sind per Direktflug von London Gatwick, Southampton und mehreren anderen britischen Flughäfen erreichbar; von Deutschland aus empfiehlt sich eine Verbindung über London oder Paris. Fähren von Poole, Portsmouth und St. Malo (Frankreich) verbinden Jersey und Guernsey; die Überfahrt dauert je nach Abfahrtshafen drei bis acht Stunden. Alderney ist nur per Kleinflugzeug von Southampton oder Guernsey erreichbar. Sark ist per Fähre von Guernsey in 45 Minuten erreichbar und hat weder Autos noch Motorräder. Die beste Reisezeit ist Mai bis September; für Leuchtturm-Besichtigungen mit dramatischer Kulisse sind herbstliche Sturmtage ungeschlagen. Karte öffnen und alle Seezeichen der Kanalinseln auf der interaktiven Karte erkunden.