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Die 10 schönsten Leuchttürme auf den Bahamas

Die Bahamas sind ein Archipel von mehr als 700 Inseln und 2.400 Cays und Felsen, die sich über rund 1.400 Kilometer vom nördlichen Florida bis zum Nordwesten Haitis erstrecken. Das flache Wasser zwischen den Inseln — mit seinen Untiefen, Sandbänken, Korallenköpfen und den unvorhersehbaren Strömungen des Florida Streams — gehört zu den nautisch anspruchsvollsten der westlichen Hemisphäre. Seit dem 17. Jahrhundert sind hier Schiffe gestrandet; die Wrackbergung (und gelegentliche Strandräuberei) war ein bedeutender Wirtschaftszweig. Die Briten, die die Bahamas von 1718 bis zur Unabhängigkeit 1973 verwalteten, begannen spät mit dem systematischen Leuchtturmbau — erst Mitte des 19. Jahrhunderts, auf Druck der Schifffahrtsinteressen, wurden die ersten großen Türme errichtet. Sie wurden ausnahmslos von der Firma Alexander Gordon & Company in Großbritannien aus Gusseisen vorgefertigt und auf den Inseln zusammengesetzt, was den Leuchttürmen der Bahamas ein charakteristisches industrielles Äußeres verlieh.

1. Hope Town Leuchtturm (Elbow Reef), Hope Town, Abaco

Der Leuchtturm von Hope Town auf der Insel Elbow Cay in den Abacos ist einer der bekanntesten der Welt — und einer der letzten, der noch von Hand aufgezogen wird. Der rot-weiß gestreifte Gusseisenkegel wurde 1863 fertiggestellt und misst 37 Meter. Das Fresnel-Objektiv der Ordnung 3 dreht noch heute auf einem Ölbad; Mitarbeiter des Bahamas Port Authority ziehen das Gegengewicht alle zwei Stunden auf. Das Isophasenfeuer zeigt weiße und rote Sektoren mit einer Tragweite von 17 Seemeilen; es warnt vor dem Elbow Reef, an dem eine Reihe historischer Wracks liegt. Hope Town ist per Fähre von Marsh Harbour erreichbar; die pastellfarbene Anlegestelle des kleinen Dorfes ist eine der meistfotografierten Ansichten der Karibik. Besucher können den Turm besteigen und den Uhrmechanismus aus der Nähe bewundern.

2. Great Isaac Leuchtturm, Great Isaac Cay

Great Isaac Cay ist ein winziger Felsblock inmitten des offenen Atlantiks zwischen der Floridaküste und Bimini — einer der einsamsten und gefährlichsten Stellen der Bahamas, bekannt für seine plötzlichen Stürme und starken Strömungen. Der Gusseisenkegel, 1859 errichtet und 45 Meter hoch, ist einer der höchsten Türme des Archipels. Das weiße Blinkfeuer hat eine Tragweite von 24 Seemeilen. Der Turm gehört zu einem der berühmten 'Geisterschiffe' der Bermuda-Dreieck-Legenden: 1969 wurden der Leuchtturmwärter und sein Assistent tot aufgefunden — der Fall ist nie vollständig aufgeklärt worden. Der Turm ist heute verlassen und wird automatisch betrieben; Charterbootsausflüge von Bimini anlanden gelegentlich, wenn die See ruhig genug ist.

3. Gun Cay Leuchtturm, Gun Cay

Der Leuchtturm von Gun Cay steht auf einem kleinen Felscay südlich von North Bimini und markiert den nördlichen Zugang zur North Rock Passage, der Hauptroute zwischen der Floridaküste und den Bahamas. Er wurde im späten 19. Jahrhundert errichtet und zeigt ein weißes und rotes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 16 Seemeilen. Gun Cay ist unbewohnt und ein beliebtes Tages- und Ankerziel für Segler, die den Golfstrom überquert haben. Das türkisfarbene Wasser um den Cay und das Schnorcheln über den Korallenköpfen sind außergewöhnlich; der Leuchtturm ist von der Ankerbucht aus gut zu sehen.

4. Dixon Hill Leuchtturm, San Salvador

San Salvador ist die Insel, auf der Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 als erstes amerikanisches Land landete — zumindest nach einer der konkurrierenden historischen Interpretationen. Der Leuchtturm Dixon Hill wurde 1887 errichtet und ist der letzte noch manuell betriebene Leuchtturm der Bahamas neben Hope Town: Das Fresnel-Objektiv dreht auf einem Quecksilberbad und wird von einem Wärter zweimal pro Nacht aufgezogen. Der weiße konische Turm misst 30 Meter; das Feuer ist auf 19 Seemeilen sichtbar. Er markiert das Kap Dixon Hill für Schiffe auf der Route Nassau–Puerto Rico. Der Turm ist zur Besichtigung geöffnet; der Ausblick vom Feuerraum über die flache Insel und das umgebende Blau des Atlantiks ist eindrucksvoll.

5. San Salvador Leuchtturm (Old Lighthouse), San Salvador

Ergänzend zum Dixon-Hill-Turm gibt es auf San Salvador einen älteren, heute außer Betrieb stehenden Leuchtturm aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, der inzwischen als Kulturdenkmal eingestuft ist. Der schlichter weiße Turm steht nahe dem angeblichen Landeplatz von Kolumbus und ist Teil des Besichtigungsprogramms der Insel. San Salvador ist per Flug von Nassau erreichbar; die Insel hat weniger als 1.000 Einwohner und einen einzigen asphaltierten Rundweg, was sie zu einem der ruhigsten Ziele des Archipels macht.

6. Bird Rock Leuchtturm, Crooked Island

Der Leuchtturm Bird Rock steht auf einem Felsislet westlich der Insel Crooked Island in den Southern Bahamas. Er wurde 1876 errichtet, ein charakteristischer weißer Zylinder aus Gusseisen, 28 Meter hoch. Das Drehfeuer ist auf 16 Seemeilen sichtbar und markiert die Crooked Island Passage, eine wichtige Route für Schiffe, die von den USA nach Hispaniola oder Kuba segeln. Crooked Island ist eine der abgelegensten bewohnten Inseln der Bahamas — ohne nennenswerte touristische Infrastruktur und mit einem kleinen Flughafen, der nur von Nassau aus angeflogen wird.

7. Hole in the Wall Leuchtturm, Abaco

Am südlichsten Kap der langen Hauptinsel Great Abaco steht der Leuchtturm Hole in the Wall — der Name bezieht sich auf ein natürliches Loch in den Kalksteinklippen unterhalb des Turms. Er wurde 1836 errichtet und gehört damit zu den ältesten Türmen der Bahamas; der weiße konische Turm misst 33 Meter. Das Feuer ist auf 16 Seemeilen sichtbar und markiert die Südspitze der Abacos für Schiffe, die von Nassau nach Norden steuern oder die Küste entlangfahren. Der Turm ist nur per Boot oder auf einem mehrstündigen Waldpfad von der Straße erreichbar; er ist vollständig verlassen und bietet eine authentische Begegnung mit der wilden Seite der Bahamas.

8. Elbow Cay Reef-Seezeichen, Elbow Cay

Die Abaco-Region ist für ihre langen, Riff-flankierten Außeninseln bekannt, und neben dem Hauptleuchtturm in Hope Town gibt es zahlreiche kleinere Blinkseezeichen, die die einzelnen Riffpassagen markieren. Das bekannteste ist das Seezeichen auf dem Elbow Reef selbst, dessen historische Standortmarkierung im 19. Jahrhundert zunächst per Leuchtschiff gesichert wurde, bevor der feste Turm errichtet wurde. Die Route durch die Abaco-Gewässer ist ein klassischer karibischer Segelkreis; Karte öffnen und alle Seezeichen der Region auf der interaktiven Karte erkunden.

9. Inagua Leuchtturm, Great Inagua

Great Inagua ist die südlichste große Insel der Bahamas — eine flache, von Flamingos bevölkerte Insel mit dem größten natürlichen Salzsee des Atlantiks. Der Leuchtturm an der Westküste der Insel markiert die Inagua-Passage für Schiffe auf der Route zwischen dem Panamakanal und der US-Ostküste, einer der meistbefahrenen Schifffahrtsrouten der westlichen Hemisphäre. Der Turm zeigt ein weißes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 18 Seemeilen. Great Inagua ist auch Standort einer Morton-Salt-Anlage und beheimatet die größte Flamingo-Kolonie der westlichen Hemisphäre.

10. Nassau Harbour Leuchtturm, Paradise Island

Am westlichen Eingang zum Nassau Harbour, hinter der Atlantis-Resort-Insel Paradise Island, steht ein historisches Leuchtfeuer, das die Einfahrt in den Hafen von Nassau sichert. Der Turm ist ein bescheideneres Bauwerk als die großen Gusseisentürme des Archipels, aber er spielt für die tägliche Schifffahrt — darunter Kreuzfahrtschiffe, die Nassau zum meistbesuchten Hafen der Karibik machen — eine unverzichtbare Rolle. Der Hafen ist von der Bay Street der Nassauer Altstadt aus gut zu überblicken, und das Feuer ist bei Nacht von der Uferpromenade aus deutlich sichtbar.

Praktische Hinweise

Nassau ist der wichtigste Eingangsflughafen der Bahamas; Direktflüge gibt es aus vielen US-Städten. Für die äußeren Inseln (Abaco, Exumas, Crooked Island) bieten Bahamasair und kleinere Carrier tägliche Propellerflüge an. Hope Town und die Abacos sind das klassische Segelziel des Archipels; Charterboote sind in Marsh Harbour erhältlich. Wer die abgelegeneren Türme besuchen möchte, sollte ein eigenes Boot einplanen oder einem geführten Tagestour-Anbieter buchen. Die beste Reisezeit ist Dezember bis April (außerhalb der Hurrikan-Saison, die von Juni bis November dauert). Die meisten historischen Leuchttürme werden von der Bahamas Port Authority verwaltet; Öffnungszeiten können variieren.