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Die 10 bedeutendsten Leuchttürme des pazifischen Nordwestens

Leuchttürme an der Küste des pazifischen Nordwestens

Die Küste des pazifischen Nordwestens — von der Mündung des Columbia River im Norden Oregons bis zur Strait of Juan de Fuca im Bundesstaat Washington — zählt zu den anspruchsvollsten Seefahrtsumgebungen Nordamerikas. Dichte Nebelbanken, starke Strömungen, felsige Brandungsküsten und die komplexe Topografie des Puget Sound verlangten nach einem dichten Netz von Leuchtfeuern, das schon früh nach der amerikanischen Besiedlung der Region aufgebaut wurde. Die meisten der großen Türme entstanden zwischen 1855 und 1900 und wurden von den Ingenieuren des US Lighthouse Board konzipiert. Die Karte öffnen zeigt, wie dicht die Leuchttürme entlang dieser wild-schönen Küste gestaffelt sind.

1. Tillamook Rock Lighthouse, Oregon

Das Tillamook Rock Lighthouse, von Seefahrern liebevoll "Terrible Tilly" genannt, steht auf einem Felsenriff 2,5 Kilometer vor der Küste Oregons und gilt als einer der am schwersten zu erbauenden Leuchttürme der USA. Das Projekt begann 1879 unter dem Ingenieur H. S. Wheeler; beim ersten Versuch, einen Vorausrupp auf dem Felsen zu landen, ertrank der Vermessungsingenieur. Der fertiggestellte Turm mit dem dazugehörigen Wohnhaus ist 18 Meter hoch und stand auf einer nur 30 mal 46 Meter großen Felsfläche. Das Trommelfeuer zeigte ein weißes Gruppen-Blitzfeuer mit 18 Seemeilen Tragweite. Der Turm wurde 1957 außer Betrieb genommen und in privaten Besitz übergeben; er ist nicht zugänglich, aber von der Küste bei Cannon Beach gut sichtbar.

2. Heceta Head Lighthouse, Florence, Oregon

Das Heceta Head Lighthouse von 1894 steht auf einem 56 Meter hohen Felsvorsprung über dem Pazifik und ist dank seiner dramatischen Lage eines der meistfotografierten Leuchttürme der gesamten Westküste. Der weiße Turm ist 18 Meter hoch; zusammen mit dem Felssockel ergibt sich eine Feuerhöhe von 56 Metern über dem Meeresspiegel. Das weiße Blitzfeuer hat eine Tragweite von 21 Seemeilen — es ist damit das stärkste Leuchtfeuer an der Oregonküste. Das Leuchtturmareal gehört zum Siuslaw National Forest; das ursprüngliche Keeperhaus wurde zum Bed-and-Breakfast umgebaut, und Gäste können geführte Touren des Turms buchen.

3. Cape Flattery Lighthouse, Neah Bay, Washington

Das Cape Flattery Lighthouse steht auf Tatoosh Island vor dem nordwestlichsten Punkt der kontinentalen USA und wurde 1857 erbaut. Der 14 Meter hohe Backsteinturm markiert die Einfahrt in die Strait of Juan de Fuca und die schwierigen Gewässer, in denen der Pazifische Ozean auf den Puget Sound trifft. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 17 Seemeilen. Die Insel Tatoosh gehört zur Makah-Nation; der Zugang ist eingeschränkt und nur mit Genehmigung des Makah-Stammes möglich. Das Cape Flattery Trail im Olympic National Park bietet von der Landseite aus beeindruckende Ausblicke auf den Turm.

4. Yaquina Head Lighthouse, Newport, Oregon

Das Yaquina Head Lighthouse von 1873 ist mit 28 Metern das höchste Leuchtfeuer an der Oregonküste und steht auf einem Basaltvorsprung, der weit in den Pazifik hineinragt. Der weiße Turm mit achteckigem Grundriss wurde unter Ingenieur Frazier A. Boutelle errichtet. Das weiße Blitzfeuer zeigt eine Tragweite von 19 Seemeilen. Das Leuchtturmareal ist Teil des Yaquina Head Outstanding Natural Area und gehört zum Bureau of Land Management; es umfasst einen Naturstrand mit Gezeitentümpeln und ein Besucherzentrum. Der Turm ist täglich geöffnet und kann bestiegen werden. Wale sind von der Landzunge aus besonders im Frühjahr und Herbst gut zu beobachten.

5. Cape Disappointment Lighthouse, Ilwaco, Washington

Das Cape Disappointment Lighthouse steht auf einem windgepeitschten Felsvorsprung am nördlichen Ufer der Mündung des Columbia River und ist das älteste noch in Betrieb befindliche Leuchtfeuer im Bundesstaat Washington. Es wurde 1856 fertiggestellt; sein Vorgängerbau scheiterte an Baumateriallieferungen, die bei einem Schiffbruch verlorengingen — ein bitterer Zufall an einem Ort, der seinem Namen alle Ehre macht. Der weiße Backsteinturm ist 20 Meter hoch; das Leuchtfeuer zeigt ein weißes und rotes Gruppen-Blitzfeuer mit einer Tragweite von 22 Seemeilen. Es markiert die berüchtigte Columbia Bar, an der sich die Strömungen des Columbia River mit dem Pazifik stoßen — eine der gefährlichsten Flussbalken der Welt. Der Turm liegt im Cape Disappointment State Park und ist zugänglich.

6. Destruction Island Lighthouse, Washington

Das Destruction Island Lighthouse wurde 1891 auf einer kleinen Insel 5 Kilometer vor der Küste der Olympic Peninsula erbaut. Der 36 Meter hohe weiße Backsteinturm markiert eine felsige Küstenzone, die mehrere Schiffe gefordert hatte — daher der Name. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 21 Seemeilen. Die Insel ist heute Teil des Washington Islands National Wildlife Refuge und für Besucher nicht zugänglich; Seevögel, darunter Tufted Puffins, nisten in der Umgebung des Turms. Der Leuchtturm ist von der Küste bei La Push aus mit einem Fernglas erkennbar.

7. Grays Harbor Lighthouse, Westport, Washington

Das Grays Harbor Lighthouse von 1898 ist mit 38 Metern das höchste Leuchtfeuer im Staat Washington. Der weiße, mauerwerkartige Backsteinturm mit rotem Dach steht am Eingang des Grays Harbor und markiert die Einfahrt für Fischer- und Handelsschiffe. Das weiße Blitzfeuer hat eine Tragweite von 18 Seemeilen. Der Turm wird vom Grays Harbor Lighthouse Keepers verwaltet und ist in den Sommermonaten für Besucher geöffnet; Führungen bis zur Laterne werden angeboten. Das Leuchtturmgelände liegt nahe Westport und ist gut mit dem Auto erreichbar.

8. Point Wilson Lighthouse, Port Townsend, Washington

Das Point Wilson Lighthouse steht am Eingang zur Admiralty Inlet, dem Zugang zu Puget Sound, und wurde 1914 errichtet. Der oktogonale, weiße Turm ist 17 Meter hoch und zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 15 Seemeilen sowie ein rotes Sektorfeuer für gefährliche Untiefen. Dieser Standort ist nautisch von hoher Bedeutung: Alle Schiffe, die in den Puget Sound einfahren oder ihn verlassen, passieren Point Wilson. Das Leuchtturmareal gehört zum Fort Worden State Park, einem alten Militärgelände mit ausgedehnten Wanderwegen und Campingmöglichkeiten. Der Turm ist von außen zugänglich; gelegentlich finden geführte Innenbesichtigungen statt.

9. North Head Lighthouse, Ilwaco, Washington

Das North Head Lighthouse wurde 1898 errichtet, um die nördliche Seite der Einfahrt in den Columbia River zu beleuchten — Cape Disappointment markiert die südliche. Der 20 Meter hohe weiße Turm zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 20 Seemeilen. North Head liegt unmittelbar nördlich von Cape Disappointment und ist Teil desselben Staatsparks. Die Keeperswohnungen sind als Ferienhäuser zu mieten, was einen einzigartigen Aufenthalt direkt am Leuchtturm ermöglicht. Von den Klippen aus hat man einen weiten Blick über den Pazifik und die Columbia-Mündung.

10. Mukilteo Lighthouse, Mukilteo, Washington

Das Mukilteo Lighthouse von 1906 ist eines der bekanntesten Seezeichen im Puget Sound. Der oktogonale weiße Holzturm mit rotem Dach und angebautem Fog-Signal-Haus steht am Ende der Fährlinie zwischen Mukilteo und Clinton auf Whidbey Island. Das Leuchtfeuer zeigt ein weißes, grünes und rotes Blinkfeuer mit einer Tragweite von 15 Seemeilen. Das vollständig erhaltene Ensemble — Turm, Keeperhaus und Nebengebäude — ist eines der wenigen Holzleuchttürme in der Region und steht unter Denkmalschutz. Es ist an Wochenenden öffentlich zugänglich und bietet Führungen.

Praktische Hinweise für Besucher

Die Leuchttürme des pazifischen Nordwestens sind über die US Highway 101 entlang der Oregonküste und der Washington-Küste gut erreichbar. Das milde, bewölkte Klima macht die Region ganzjährig bereisbar; die Sommermonate bieten die längsten Öffnungszeiten und die besten Sichtverhältnisse. Für Tillamook Rock sind keine Besuche möglich; alle anderen genannten Türme sind zumindest von außen zugänglich. Besteigungen erfordern meist eine Voranmeldung. Für eine umfassende Karte aller Leuchttürme der Region steht die Karte zur Verfügung.