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Die 10 bedeutendsten Leuchttürme der Schottischen Inseln

Die Leuchttürme der Schottischen Inseln

Kein anderes Küstengebiet Europas war so schwer zu beleuchten wie die schottischen Inseln. Die Hebriden, Orkney und Shetland bilden ein Labyrinth aus Felsen, Klippen, Gezeitenströmen und offenen Atlantikpassagen, durch das der Schiffsverkehr zwischen England, Irland, Skandinavien und der Neuen Welt zu navigieren hatte. Das Northern Lighthouse Board, 1786 durch ein Act of Parliament gegründet, beauftragte drei Generationen der Familie Stevenson mit dem Bau eines Leuchtturmsystems, das noch heute bewundert wird. Die resultierenden Bauten — von der Zivilisierungsleistung auf abgelegenem Riff bis zur eleganten Turmarchitektur auf bewohnten Inseln — gehören zu den herausragendsten Ingenieurbauwerken des 19. Jahrhunderts. Die Karte öffnen veranschaulicht die Dichte dieser Seezeichen.

1. Skerryvore Lighthouse, Argyll

Skerryvore gilt weithin als schönster Leuchtturm der Welt. Das Riff liegt 19 Kilometer südwestlich von Tiree, vollständig dem Atlantik ausgesetzt. Alan Stevenson baute den Turm zwischen 1838 und 1844 unter extremen Bedingungen: Arbeiter lebten auf einer provisorischen Holzbaracke auf dem Riff, die 1838 von einem Wintersturm weggerissen wurde. Der fertiggestellte Turm ist 48 Meter hoch, aus dunkelgrauem Granit gefertigt und verjüngt sich sanft nach oben in einer leicht geschwungenen Linie, die Stevenson nach mathematischen Grundsätzen entwickelte. Das weiße Blitzfeuer hat eine Tragweite von 26 Seemeilen. Skerryvore ist nicht zugänglich; ein Museum in Hynish auf Tiree dokumentiert den Bau detailliert.

2. Muckle Flugga Lighthouse, Unst, Shetland

Muckle Flugga steht auf einem nackten Felsenvorsprung nördlich von Unst, der nördlichsten Insel der Shetlands, und ist damit der nördlichste Leuchtturm Großbritanniens. David und Thomas Stevenson bauten den Turm 1854 zunächst als provisorischen Holzbau, 1857 folgte die permanente Steinkonstruktion. Der weiße Turm ist 20 Meter hoch; das weiße Blitzfeuer strahlt mit einer Tragweite von 22 Seemeilen über die berüchtigten Fair Isle-Strömungen. Der Leuchtturm wurde 1995 automatisiert. Muckle Flugga ist von der Küste von Hermaness auf Unst mit dem Fernglas erkennbar; das Naturreservat von Hermaness beherbergt eine der größten Tölpelkolonien Großbritanniens und ist eine der eindrucksvollsten Wanderungen Schottlands.

3. Dubh Artach Lighthouse, Argyll

Dubh Artach — gälisch für 'schwarzer Fels' — steht auf einem Basaltrippen 28 Kilometer südwestlich von Colonsay. Das Riff überragte bei Ebbe kaum über die Wasseroberfläche; Thomas Stevenson und seinen Mannschaften gelang es nur an wenigen Tagen pro Jahr, das Riff zu betreten. Der Turm wurde 1872 fertiggestellt: 35 Meter hoch, aus rotem Granit aus der Steinbrüchen von Erraid auf Mull, mit einem charakteristischen rot-weiß-schwarzen Farbband als Tagesmarkierung. Das weiße und rote Sektorfeuer hat eine Tragweite von 15 Seemeilen. Robert Louis Stevenson, damals noch Lehrling in der Familia, verbrachte Zeit auf Erraid während der Bauarbeiten — Erfahrungen, die seinen Roman 'Entführt' beeinflussten. Der Turm ist nicht zugänglich.

4. Hyskeir Lighthouse, Innere Hebriden

Das Hyskeir Lighthouse (auch Oigh-sgeir genannt) steht auf einer Reihe flacher Klippen 9 Kilometer südwestlich von Canna und wurde 1904 von David Alan Stevenson erbaut. Der 39 Meter hohe weiße Turm zeigt ein weißes Gruppen-Blitzfeuer mit einer Tragweite von 24 Seemeilen und markiert die offenen Atlantikübergänge zwischen den Inneren Hebriden. Das Hyskeir-Ensemble ist besonders vollständig erhalten: Turm, Wohngebäude, Bootsschuppen und Nebengebäude stehen noch weitgehend original da. Graue Robben nutzen die umgebenden Felsen als Liegeplatz. Der Leuchtturm ist nicht zugänglich; von Canna aus kann er bei klarem Wetter gesehen werden.

5. Barra Head Lighthouse, Berneray, Äußere Hebriden

Das Barra Head Lighthouse steht auf den Klippen von Berneray, der südlichsten bewohnten Insel der Äußeren Hebriden, und ist mit 208 Metern über dem Meeresspiegel das am höchsten gelegene Leuchtfeuer in Großbritannien. Robert Stevenson baute den Turm 1833; er ist 18 Meter hoch, aber die Höhe des Kliffstands sorgt für eine unvergleichliche Tragweite von 21 Seemeilen. Das weiße Blitzfeuer markiert das südliche Ende des Äußeren Hebriden-Archipels. Berneray selbst ist heute unbewohnt; früher lebten Crofter-Familien im Schatten des Leuchtturms und wurden vom Northern Lighthouse Board versorgt. Der Zugang ist nur per Privatboot möglich.

6. Sule Skerry Lighthouse, Orkney

Sule Skerry ist das am weitesten vom schottischen Festland entfernte bewohnte Riff — 64 Kilometer westlich von Orkney. Robert Louis Stevensons Vater Thomas baute den Leuchtturm 1895. Der runde weiße Turm ist 26 Meter hoch; das Leuchtfeuer zeigt ein weißes Blitzfeuer mit einer Tragweite von 21 Seemeilen. Das Riff beherbergt eine der artenreichsten Seevogelkolonien Schottlands, darunter Trottellummen, Tordalken und Papageitaucher. Sule Skerry wurde 1982 automatisiert. Der Turm kann nicht bestiegen werden; Bootsfahrten in die Nähe werden gelegentlich von Naturschutzorganisationen angeboten.

7. Ardnamurchan Lighthouse, Ardnamurchan Point

Das Ardnamurchan Lighthouse markiert den westlichsten Punkt des britischen Festlands und wurde 1849 von Alan Stevenson in einem ungewöhnlichen ägyptisierenden Stil erbaut — der Turm hat eine obeliskähnliche Silhouette, die ihn von allen anderen schottischen Leuchttürmen unterscheidet. Er ist 36 Meter hoch; das weiße und rotes Sektorfeuer hat eine Tragweite von 24 Seemeilen. Der Turm steht auf einem Basaltvorsprung, der in den Nordatlantik hineinragt. Das Northern Lighthouse Board hat Ardnamurchan dem Heritage-Programm geöffnet: Der Turm kann bestiegen und das Leuchtturm-Besucherzentrum besucht werden. Die Anreise über die schmale B8007 durch die Ardnamurchan-Halbinsel ist selbst ein Erlebnis.

8. Neist Point Lighthouse, Isle of Skye

Das Neist Point Lighthouse steht auf dem westlichsten Vorsprung der Isle of Skye und wurde 1909 von David Alan Stevenson erbaut. Der weiße Turm ist 19 Meter hoch; das weiße Blitzfeuer zeigt eine Tragweite von 16 Seemeilen. Die Lage ist spektakulär: Steile Basaltklippen fallen zu beiden Seiten der schmalen Halbinsel ab, und bei gutem Wetter sind Wale, Delfine und Riesenhaie in den Gewässern darunter zu beobachten. Der Leuchtturm ist über einen Fußweg vom Parkplatz bei Waterstein Head erreichbar; die Strecke ist etwa 2 Kilometer lang und führt über Stufen an der Kliffkante entlang. Der Leuchtturm selbst ist automatisiert und nicht zugänglich, aber das Gelände ist öffentlich.

9. Ruvaal Lighthouse, Islay

Das Ruvaal Lighthouse steht auf dem nördlichen Vorsprung von Islay und markiert den Eingang zum Sound of Islay, einer der stärksten Gezeitenströmungen in den britischen Gewässern. Robert Louis Stevensons Großvater Robert Stevenson baute den Turm 1859. Er ist 28 Meter hoch; das weiße und rote Sektorfeuer zeigt eine Tragweite von 14 Seemeilen. Ruvaal ist kaum besucht — die Anreise führt über unbefestigte Wege durch das abgelegene Nordende von Islay — bietet aber hervorragende Bedingungen für die Beobachtung von Weißkopfseeadlern, die in dieser Gegend regelmäßig gesehen werden.

10. Butt of Lewis Lighthouse, Isle of Lewis

Das Butt of Lewis Lighthouse steht an der nördlichsten Spitze der Insel Lewis, der nördlichsten der Äußeren Hebriden, und wurde 1862 von David Stevenson erbaut. Der rote Backsteinturm ist 37 Meter hoch und einer der wenigen schottischen Leuchttürme, die aus rotem anstatt weißem Material gebaut wurden; die Farbe ergibt sich aus dem verwendeten Ziegelmaterial. Das weiße Blitzfeuer hat eine Tragweite von 25 Seemeilen und warnt vor den stürmischen Gewässern, wo der Atlantik auf den Minch trifft. Der Turm ist nicht zugänglich, aber das umliegende Küstengebiet ist frei begehbar und bietet bei Sturm ein eindrucksvolles Schauspiel brechender Wellen.

Praktische Hinweise für Besucher

Die Schottischen Inseln sind per Fähre von Oban, Ullapool, Mallaig und Aberdeen erreichbar; CalMac betreibt die meisten Verbindungen. Ardnamurchan und Neist Point sind die am einfachsten zugänglichen Türme und für Besucher geöffnet. Muckle Flugga, Skerryvore, Dubh Artach und Sule Skerry sind nur von der Ferne erlebbar. Die beste Reisezeit ist der Hochsommer (Juni–August), wenn die Fähren täglich fahren und die Tage lang sind; Stürme können jedoch ganzjährig auftreten. Eine vollständige Kartendarstellung der Seezeichen findet sich auf der Karte.