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Die 10 schönsten Leuchttürme in Neuseeland

Neuseeland liegt am südlichen Rand des Pazifischen Ozeans, wo der mächtige Südliche Ozean auf eine Küstenlinie trifft, die reich an Felsen, Riffen, schwankenden Meeresströmungen und den tückischen Tiefen der Cook Strait ist. Als britische Siedlung wuchs Neuseeland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts rasch, und der Wolle- und Goldhandel machte die Sicherung der Schifffahrtswege dringend. Die ersten Leuchttürme wurden in den 1850er Jahren errichtet; Maritime New Zealand verwaltet heute rund 40 bemannte und unbemannte Lichtquellen sowie einige historische Gebäude. Viele der Leuchttürme stehen an spektakulären, schwer zugänglichen Orten, was die Arbeit der früheren Wärter besonders herausfordernd machte.

1. Cape Reinga Lighthouse, Northland

Cape Reinga ist für die Māori ein heiliger Ort: die Seele der Verstorbenen verlässt die Erde an diesem Kap am äußersten Norden der Nordinsel. Der Leuchtturm wurde 1941 errichtet und ist 10 Meter hoch; er steht auf einem kleinen Felsvorsprung unterhalb des Kliffs, während das Kap selbst weit über dem Meer aufragt. Das weiße Blitzlicht hat eine Reichweite von 26 Seemeilen und markiert die Zusammenkunft des Pazifischen Ozeans und des Tasmansees — bei starken Strömungen ist die Gegenstromfront sichtbar. Eine gut gepflegte Straße führt durch die Aupouri Peninsula bis zum Parkplatz; von dort ist es ein kurzer Weg zum Leuchtturm und der Aussichtsplattform am Kap.

2. Castlepoint Lighthouse, Wairarapa

Castlepoint steht auf Castle Rock, einem 162 Meter hohen Kalksteinfels an der windigen Ostküste der Nordinsel. Der Turm wurde 1913 errichtet, ist 20 Meter hoch, und das weiße Blitzlicht hat eine Reichweite von 19 Seemeilen; es markiert die exponierte Küste der Wairarapa und die Einfahrt zur kleinen Lagune. Castle Rock ist über einen Steg und steile Stufen erreichbar; der Weg führt durch eine Seevogelkolonie und bietet Ausblicke auf die Klippen, die geschützte Lagune und die offene See. Castlepoint ist beliebt für Angeln und Wandern; ein kleines Dorf bietet Übernachtungsmöglichkeiten.

3. Nugget Point Lighthouse, Catlins, Otago

Nugget Point — Te Kaka auf Māori — ist eine der dramatischsten Küstenformationen Neuseelands: ein schmaler Felsrücken, umgeben von einer Gruppe runder, nuggetförmiger Felseninseln (die 'Nuggets'), auf denen Seehunde, Seelöwen und Seevögel leben. Der Leuchtturm wurde 1870 errichtet, ist 10 Meter hoch und sendet ein weißes Gruppenblitzlicht mit einer Reichweite von 18 Seemeilen aus. Das Licht markiert die felsige Südküste und die Einfahrt zu den Catlins-Gewässern. Ein gut ausgeschilderter Fußweg führt in rund 20 Minuten zum Leuchtturm; die Aussicht auf die Nuggets und die in der Sonne liegenden Robben ist eine der unvergesslichsten an der Südinsel-Küste.

4. Akaroa Head Lighthouse, Banks Peninsula

Akaroa Head steht am Eingang zum Hafen von Akaroa auf der Banks Peninsula — einem alten Vulkankrater, der heute eine tiefe, ruhige Bucht bildet. Der Leuchtturm von 1880 ist ein eleganter weißer Backsteinturm von 10 Metern Höhe; das weiße und rote Blitzlicht mit einer Reichweite von 14 Seemeilen markiert die Einfahrt zur Bucht und die Felsen am Kopf der Halbinsel. Akaroa ist eine der wenigen Städte Neuseelands mit ausgeprägtem französischem Erbe — ein Ergebnis des kurzen französischen Siedlungsversuchs von 1840. Der Leuchtturm ist per Auto über eine schmale Straße zugänglich; von der Anhöhe bietet sich ein weiter Blick über den Hafen und die Canterbury Plains dahinter.

5. East Cape Lighthouse, Gisborne District

East Cape ist die östlichste Spitze Neuseelands und der erste Ort auf der Erde, der täglich von der aufgehenden Sonne beleuchtet wird. Der Leuchtturm wurde 1900 errichtet und stand ursprünglich auf East Island, einer vorgelagerten Insel; 1922 wurde er auf das Festlandkap verlegt, und der neue Standort ist über 700 Stufen zu erreichen. Der Turm ist 15 Meter hoch; das weiße Blitzlicht hat eine Reichweite von 22 Seemeilen und markiert das Kap sowie die Passage zwischen dem Festland und dem East Cape Riff. Die Straße zum Cape führt durch abgelegene Küstendörfer mit starkem Māori-Kulturerbe.

6. Tauroa Lighthouse, Northland

Tauroa Point liegt am Nordkap der Kaipara-Halbinsel, am Eingang zur Kaipara Harbour — dem größten Naturhafen der Nordinsel. Der Leuchtturm wurde ursprünglich 1884 errichtet; das Licht markiert die tückische Einfahrt zum Hafen, die durch wandernde Sandbänke und starke Gezeitenströmungen berüchtigt ist. Der Kaipara war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Holztransporthafen, und zahlreiche Schiffswracks an seiner Einfahrt zeugen von der Gefährlichkeit des Gewässers. Die Gegend ist wenig touristisch erschlossen; der Zugang erfordert Kenntnis der lokalen Straßen und ist am besten mit einem Allradfahrzeug möglich.

7. Godley Head Lighthouse, Canterbury

Godley Head steht auf der nördlichen Halbinsel, die den Eingang zum Hafen von Lyttelton und damit zum Canterbury-Wirtschaftsraum schützt. Der Leuchtturm von 1908 markiert diesen wichtigen Schifffahrtseingang; das Gelände war im Zweiten Weltkrieg mit Verteidigungsanlagen bestückt, die heute als historische Sehenswürdigkeit erhalten sind. Der Leuchtturm ist nicht mehr in Betrieb, aber das Gebäude ist gut erhalten und von einem Wanderweg im Godley Head Recreation Reserve zugänglich. Von der Halbinselspitze aus bietet sich ein weiter Panoramablick über den Eingang zum Lyttelton Harbour und die Banks Peninsula.

8. Point Jerningham Light, Wellington

Point Jerningham ist ein kleines Leuchtfeuer am Eingang zum Hafen von Wellington — der windreichen Hauptstadt Neuseelands. Das Licht markiert die Hafeneinfahrt auf der Westseite, gegenüber von Point Halswell. Wellington Harbour ist eine der lebhaftesten Schifffahrtsrouten des Landes, mit Fähren, die täglich die Cook Strait überqueren und Containerschiffe, die den größten Nordinselhäfen bedienen. Der Leuchtturm ist ein kompaktes Gebäude am Ende der Oriental Parade Promenade im Stadtteil Oriental Bay; von der Uferpromenade aus ist er gut zu Fuß zu erreichen und ist Bestandteil des Stadtbildes Wellingtons.

9. Bean Rock Lighthouse, Waitemata Harbour, Auckland

Bean Rock ist eine ungewöhnliche Leuchtturm-Konstruktion: ein Screwpile-Leuchtturm auf einer kleinen Felsformation inmitten des Waitemata Harbour, des Haupthafens Aucklands. Der Turm wurde 1871 errichtet und bestand ursprünglich aus Holz; er wurde mehrfach restauriert und ist eines der ältesten aktiven Leuchtfeuer Neuseelands. Das rote Blitzlicht markiert Bean Rock, eine Untieffe mitten in der belebten Segelrevier der Auckland Harbour. Der Leuchtturm ist von der Küste aus gut zu sehen und bei Bootsfahrten im Hafen ein beliebtes Fotomitiv; er kann nicht betreten werden, steht aber unter Denkmalschutz.

10. Katiki Point Lighthouse, Moeraki, Otago

Katiki Point liegt nahe dem berühmten Moeraki Boulder-Strand und ist einer der wenigen Leuchttürme Neuseelands, der noch regelmäßig von einem Wärter gepflegt wird — nicht als Seemann, sondern als Hüter einer Gelbaugen-Pinguinkolonie, die hier brütet. Der Turm wurde 1878 errichtet und ist 12 Meter hoch; das weiße Blitzlicht mit einer Reichweite von 14 Seemeilen markiert die Felsen und Untiefen vor der Otago-Küste. Das Gelände ist Teil einer Schutzzone für den gefährdeten Gelbaugen-Pinguin (Hoiho); ein kurzer Fußweg führt am Leuchtturm vorbei zu einem Aussichtspunkt über die Brutplätze.

Praktische Hinweise

Neuseeland hat viele seiner Leuchttürme in den letzten Jahrzehnten automatisiert, aber eine wachsende Zahl wird von Freiwilligenorganisationen oder dem Department of Conservation gepflegt und zugänglich gemacht. Die beste Reisezeit ist von November bis April (Südhalbkugel-Sommer); viele abgelegene Küstenstraßen sind in dieser Zeit am besten zu befahren. Für Cape Reinga und East Cape empfiehlt sich ein Mietwagen mit Allradantrieb. Karte öffnen zeigt alle Leuchttürme Neuseelands, von Northland bis Stewart Island, und hilft bei der Planung einer Leuchtturm-Rundreise durch dieses außergewöhnlich schöne Land.