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Die 10 bemerkenswertesten Leuchttürme der irischen Küste

Irlands Küste ist von einer rauhen Schönheit, die von Generationen von Leuchtturmwärtern und Seefahrern geprägt wurde. Die Westküste, die ungeschützt dem Nordatlantik gegenübersteht, ist eine der stürmischsten Europas; die Südküste, mit ihren flachen Riffen und unsichtbaren Untiefen, hat über Jahrhunderte zahllose Schiffe gefordert. Das Irish Lights – die Commission of Irish Lights, gegründet 1796 – verwaltet die Seezeichen auf der gesamten irischen Insel, sowohl in der Republik Irland als auch in Nordirland. Die Stevenson-Ingenieure, bekannt vor allem für ihre schottischen Türme, arbeiteten auch an irischen Projekten; viele Türme wurden von den Architekten George Halpin Senior und George Halpin Junior entworfen, die zusammen zwischen 1810 und 1870 das Rückgrat der irischen Befeuerung schufen. Heute sind alle irischen Leuchttürme automatisiert; mehrere sind als Touristenziele geöffnet oder wurden zu Ferienhäusern umgebaut.

1. Fastnet Lighthouse, County Cork

Der Fastnet Rock – 'the Teardrop of Ireland', letzter Blick auf die Heimat für Generationen von Auswanderern – ist das bekannteste irische Seezeichen und eines der bekanntesten der Welt. Das nackte Felsenriff liegt 13 Kilometer vor der Küste von County Cork, dem letzten irischen Land, das viele Atlantikkreuzer sehen. Der heutige Granitturm, 54 Meter hoch, wurde zwischen 1899 und 1904 von William Douglass errichtet – sein Vorgänger aus Gusseisen (1854) hatte den atlantischen Stürmen nicht standgehalten. Das Feuer Fl(4) W 20s ist auf 27 Seemeilen sichtbar. Automatisiert 1989; Bootstouren von Baltimore und Schull bieten Rundfahrten am Fels.

2. Hook Head Lighthouse, County Wexford

Hook Head in der Grafschaft Wexford ist einer der ältesten Leuchttürme der Welt, der noch in Betrieb ist. Die erste Feueranlage auf dem Kap wurde möglicherweise bereits im 5. Jahrhundert von Mönchen unterhalten; der steinerne Turm in seiner heutigen Grundform wurde um 1172 errichtet, vermutlich unter den Normannen. Der zylindrische Kalksteinturm mit seinen charakteristischen schwarzen und weißen Bändern ist 35 Meter hoch; das Feuer Fl(3) W 10s ist auf 23 Seemeilen sichtbar. Der Turm ist täglich als Museum zugänglich; die Rundfahrten im Inneren, die die Entwicklung von offenem Feuer zur modernen Linse zeigen, sind hervorragend geführt.

3. Fanad Head Lighthouse, County Donegal

Fanad Head auf der Fanad-Halbinsel in Donegal wurde nach einer der schlimmsten Schiffskatastrophen der irischen Geschichte gebaut: 1811 strandete das Kriegsschiff HMS Saldanha auf dem Fels, fast alle 254 Mann ertranken. Der heutige weiße Turm, 1817 fertiggestellt, ist 22 Meter hoch; das Feuer Fl(5) W 20s strahlt auf 18 Seemeilen. Das Leuchtturmgelände wurde komplett restauriert und bietet heute Ferienwohnungen in den Wärterhäusern an – eines der gefragtesten Lighthouse-Stays Irlands. Das Kap selbst bietet spektakuläre Aussichten über Lough Swilly und den Atlantik.

4. Old Head of Kinsale, County Cork

Der Leuchtturm Old Head of Kinsale steht auf einem langen, schmalen Landvorsprung südlich von Kinsale, der bei Ebbe wie eine Klinge ins Meer schneidet. Er wurde 1853 von George Halpin Senior entworfen und ist 30 Meter hoch; das Feuer Fl(2) W 10s ist auf 20 Seemeilen sichtbar. Südlich des Kaps versank 1915 die RMS Lusitania nach einem deutschen U-Boot-Angriff mit 1.198 Menschen – das Old Head war der letzte Landanblick für viele Opfer. Das Kap ist heute ein Golfplatz; der Leuchtturm ist nicht öffentlich zugänglich, aber vom Kliffrand außerhalb des Golfgeländes gut zu sehen.

5. Loop Head Lighthouse, County Clare

Loop Head am westlichsten Punkt der Clare-Halbinsel ist ein beeindruckender Ort: Das Kap fällt senkrecht 75 Meter in den Atlantik, und am Ende eines langen Fahrwegs durch Torfmoor und Weideland steht ein schlichter weißer Turm. Der erste Leuchtturm hier entstand 1670; der heutige, von George Halpin Junior 1854 errichtete Turm ist 23 Meter hoch. Das Feuer Fl(4) W 20s ist auf 23 Seemeilen sichtbar. Loop Head ist heute ein beliebtes Wanderziel; der Turm ist von Mittwoch bis Sonntag im Sommer besteigbar und bietet einen atemberaubenden Blick über den Atlantik und die Galway-Bucht.

6. Baily Lighthouse, Howth Head (County Dublin)

Der Baily Leuchtturm auf dem Kap Howth Head nahe Dublin wurde 1814 von George Halpin Senior erbaut und befindet sich auf einem Kliff, das 40 Meter über dem Meer aufragt. Der weiße zylindrische Turm ist 13 Meter hoch; das Feuer Fl(4) W 20s ist auf 26 Seemeilen sichtbar. Baily war der letzte bemannte Leuchtturm Irlands und wurde erst 1997 automatisiert. Die Umgebung von Howth Head mit ihren Klippen-Wanderwegen und dem malerischen Hafen ist ein beliebtes Tagesausflugsziel von Dublin; der Turm selbst ist nicht öffentlich zugänglich.

7. Wicklow Head Lighthouse, County Wicklow

Der Leuchtturm Wicklow Head steht auf dem gleichnamigen Kap südlich der Stadt Wicklow und markiert das gefährliche Riff des Wicklow Head, auf dem 1791 der Schoner Banshee strandete. Der heutige achteckige Turm aus Granit wurde 1781 errichtet und 1818 renoviert; er ist 25 Meter hoch. Das Feuer Fl(3) W 15s ist auf 23 Seemeilen sichtbar. Wicklow Head ist ein Leuchtturm-Holiday-Let von Irish Lights: Zwei der historischen Wärterhäuser – 'The Tower' und 'Splashtail Cottage' – können gemietet werden. Die Aussicht auf Wicklow, die Zuckerhut-Bergkette und den irischen See ist herausragend.

8. Blacksod Lighthouse, County Mayo

Der Leuchtturm Blacksod auf der Mullet-Halbinsel in Mayo markiert den Eingang in Blacksod Bay und die Gewässer nordwestlich von Achill. Der quadratische weiße Turm aus dem Jahr 1865 ist 10 Meter hoch. Im Juni 1944 spielte dieser Leuchtturm eine entscheidende historische Rolle: Die meteorologischen Messungen des Wicklow-Wetterbeobachters und der Wärter am Blacksod Lighthouse ergaben das genaue Timing der sturmfreien Periode, die Eisenhower für die Entscheidung zum D-Day-Angriff am 6. Juni 1944 nutzte. Der Turm ist nicht öffentlich zugänglich; die spektakuläre Fahrt auf der Mullet-Halbinsel bietet jedoch freie Aussichten auf ihn.

9. Mizen Head Lighthouse, County Cork

Der Leuchtturm Mizen Head steht am südwestlichsten Festlandspunkt Irlands und ist über eine spektakuläre Hängebrücke über einen tiefen Meeresschlund erreichbar. Das Maschinenhaus und der Signalturm wurden 1906 errichtet; das Signal-Ensemble aus Nebelhorn und Blinkfeuer markiert die gefährliche Felsenspitze. Das Feuer Iso W 4s ist auf 13 Seemeilen sichtbar. Das Mizen Head Visitor Centre ist täglich geöffnet; die Überquerung der Brücke und der Blick auf die zerschmetterten Wellen ist eines der eindrucksvollsten Küstenerlebnisse Irlands.

10. Rathlin East Lighthouse, Rathlin Island (Nordirland)

Der Leuchtturm am Ostende der Rathlin-Insel, Nordirlands einziger bewohnter Insel, wurde 1856 von den Irischen Lichtern errichtet. Charakteristisch ist seine 'umgekehrte' Konstruktion: Das Licht befindet sich am Fuß des Turms und der Wohnbereich oben, um das Feuer oberhalb der häufigen Nebeldecke zu halten. Die Insel Rathlin ist über eine Fähre von Ballycastle erreichbar; das Vogelschutzgebiet an der Westküste der Insel beherbergt eine der bedeutendsten Papageientaucher-Kolonien des Atlantiks. Der Turm ist nicht besteigbar; ein Besucherpfad führt zum Aussichtspunkt.


Die irische Küste bietet Leuchtturmreisenden eine außergewöhnliche Kombination aus dramatischer Landschaft und maritimem Erbe. Irish Lights unterhält mehrere Leuchttürme als Ferienwohnungen – Fanad Head, Wicklow Head und Hook Head sind die bekanntesten. Die beste Reisezeit ist April bis Oktober; im Frühjahr und Herbst ist das atlantische Licht besonders schön und die Küstenwege weniger belebt. Karte öffnen, um alle irischen Leuchttürme interaktiv zu erkunden.